Daten und Fakten

Chronik

Waghäusel wird Große Kreisstadt

Die Stadt Waghäusel, fünftgrößte Gemeinde im Landkreis Karlsruhe, wurde mit Wirkung zum 1. September 2013 zur Großen Kreisstadt erklärt. Wie Innenminister Reinhold Gall MdL im Anschluss an den entsprechenden Beschluss des Landeskabinetts am 30. April 2013 betonte, wird mit dieser Ernennung die solide Aufwärtsentwicklung des Unterzentrums gewürdigt.
 
Am 22. September 2008 hatte der Gemeinderat der Stadt Waghäusel mit großer Mehrheit beschlossen, den Antrag auf Ernennung zur Großen Kreisstadt zu stellen. Seit diesem Zeitpunkt hat die Stadt Waghäusel kontinuierlich daran gearbeitet, die Voraussetzungen für eine solche Ernennung zu erfüllen. So hat die Stadt bereits am 1. Januar 2011 die Aufgaben der Straßenverkehrsbehörde übernommen. Am 14. Oktober 2011 erfolgte der Spatenstich zur Rathauserweiterung und der Gemeinderat hat im Juli 2012 für die Übernahme der neuen Aufgaben zusätzliche Stellen im Stellenplan 2013 beschlossen.
 
Der offizielle Festakt zur Ernennung zur Großen Kreisstadt fand am 31. August 2013 im Rahmen des viertägigen Waghäuseler Stadtfestes im Beisein des Innenministers Reinhold Gall MdL sowie zahlreicher Vertreter der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik und weiterer Ehrengäste statt. Somit erhielt dieses historische Ereignis einen würdigen Rahmen.
 
Mit der Erklärung zur Großen Kreisstadt hat die Waghäuseler Stadtverwaltung neben den kommunalen Selbstverwaltungsaufgaben zusätzliche, staatliche Aufgaben übernommen. „Der Titel Große Kreisstadt bringt deutlich mehr Bürgernähe mit sich. Vieles kann jetzt direkt vor Ort erledigt werden, wofür bislang das Landratsamt zuständig war. Dadurch sparen sich unsere Bürger den Weg nach Karlsruhe“, so Waghäusels Oberbürgermeister Walter Heiler MdL.
 
Mit der Erklärung zur Großen Kreisstadt wurden Kompetenz, Verantwortung und Gestaltungsspielraum der Stadt deutlich ausgeweitet. Doch Waghäusel hat auch zuvor stets große Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger gezeigt. Die Weiterentwicklung Waghäusels als bürgerfreundliche Kommune stand immer im Fokus der Entscheidungen des Gemeinderats und der Verwaltung. Es ist daher wenig verwunderlich, dass die drei Stadtteile Kirrlach, Waghäusel und Wiesental als Wohn- und Arbeitsort für alle Altersgruppen sehr attraktiv sind.
 
In Waghäusel sind zahlreiche leistungsfähige Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe unterschiedlicher Größe ansässig. Die Bandbreite reicht vom Familien- bis zum Großunternehmen, von der landwirtschaftlichen Produktion bis zur Softwareschmiede und vom einheimischen Firmengründer bis zum Global Player. Auch der Branchen-Mix zeigt, dass Waghäusel den Unternehmen unter anderem durch seine gute Verkehrsanbindung optimale Bedingungen für ihre wirtschaftliche Entfaltung bietet.
 
Waghäusel liegt am Nordrand des Landkreises Karlsruhe in Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe und Mannheim. Durch den direkten Anschluss an das Autobahnnetz, an die Bundesstraße 36 sowie an die Rheintalstrecke der Deutschen Bahn ist die Lage außerordentlich verkehrsgünstig. Auch wenn sich das örtliche Angebot an Betrieben und Arbeitsplätzen absolut sehen lassen kann, ist der Großteil der arbeitenden Bevölkerung in den umliegenden Städten beschäftigt. Deshalb schätzen insbesondere Berufspendler die guten Bus- und Zugverbindungen nach Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Bruchsal und Speyer.
 
Die Stadt Waghäusel ist eine typische Wohngemeinde, die ihren Bürgerinnen und Bürgern ein hohes Maß an Lebensqualität bietet. Die drei Stadtteile haben im positiven Sinne ihren ursprünglichen Charakter weitgehend erhalten. Von großstädtischer Anonymität ist hier wenig zu spüren, wenngleich die Einwohnerzahl Waghäusels in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Hierzu hat nicht zuletzt die Ausweisung von mehreren attraktiven Neubaugebieten wesentlich beigetragen.
 
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem die Marienwallfahrtskirche und das Freiheitsdenkmal, der Marienbrunnen vor dem Rathaus, das Taglöhnerhaus in Kirrlach sowie das Heimatmuseum in Wiesental. Besonders zu erwähnen ist die Eremitage, die sich seit einigen Jahren zum kulturellen Zentrum Waghäusels entwickelt. Der Speyerer Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn ließ die Eremitage ab 1724 in unmittelbarer Nähe zur Wallfahrtskirche als Jagdschloss und Ort der Ruhe errichten. Nach der Auflösung des Hochstiftes Speyer wurde die gesamte, rund 13 Hektar große Schlossanlage von der „Badischen Gesellschaft für Zuckerfabrikation“ gekauft, die auf dem Gelände die bis 1995 bestehende Zuckerfabrik errichtete. Seit 1997 ist das denkmalgeschützte Ensemble in Besitz der Stadt Waghäusel, die das Areal seither mit Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg renoviert und das kulturelle Angebot rund um die Eremitage Schritt für Schritt ausbaut.
 
Die beiden Stadtteile Wiesental und Kirrlach liegen an zwei bedeutenden touristischen Straßen: der Badischen Spargelstraße und der Bertha Benz Memorial Route. Umgeben von der Oberen und Unteren Lußhardt laden zahlreiche Waldwege zum Spazierengehen, Joggen und Radfahren ein.
 
Über 150 Vereine aus dem sportlichen, kulturellen und caritativen Bereich bieten ein abwechslungsreiches Programm zur Freizeitgestaltung. Hier spiegeln sich auch der gemeinschaftliche Geist und das große ehrenamtliche Engagement der Mitbürgerinnen und Mitbürger wider. Zahlreiche Freizeiteinrichtungen, wie zum Beispiel das Rheintalbad mit Hallen- und Freibad, zwei große Mehrzweckhallen oder die Grillhütten, machen Waghäusel zu einem beliebten Wohnort für Jung und Alt.
 
Ein weiterer Faktor für die Attraktivität Waghäusels ist das breite Kinderbetreuungsangebot: Mit Zwergenstube, Kinderkrippen und Kindergärten bestehen verschiedene Möglichkeiten der Betreuung für kleinere Kinder. Tagesmütter, Krabbel- und Mutter-Kind-Gruppen runden das Angebot im Kleinkinderbereich ab. Um das Betreuungsangebot für unter dreijährige Kinder weiter auszubauen, entsteht in Kirrlach gerade eine neue U-3-Einrichtung, die bis Jahresende fertig gestellt sein wird.
 
Durch eine Grundschulförderklasse, die Kernzeitbetreuung sowie den Schülerhort wird die städtische Schullandschaft ergänzt. Diese umfasst derzeit zwei Grundschulen, eine Realschule und zwei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule, davon eine mit Ganztagsbetrieb. Der Besuch des Gymnasiums ist zum Beispiel in St. Leon, Philippsburg oder Bruchsal möglich. Für das Schuljahr 2014 / 2015 ist der Start der Gemeinschaftsschule Waghäusel geplant.
 
In der Ferienzeit sorgen das Ferienprogramm der Stadt Waghäusel sowie die Stadtranderholung der AWO für Abwechslung. Das städtische Jugendzentrum WaWiKi hält für die Jugendlichen das gesamte Jahr über sowohl ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm als auch interessante Informations- und Diskussionsabende zu verschiedenen Themen bereit. Das vielseitige Unterrichtsangebot der Musikschule Waghäusel-Hambrücken sowie die zahlreichen Ausleihmöglichkeiten und Veranstaltungen der Stadtbibliothek komplettieren die Angebotslandschaft.
 
Auch der demographische Wandel ist in Waghäusel deutlich erkennbar. So leben derzeit über 3.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen 70 und 101 Jahren in Waghäusel. Viele Vereine haben ein speziell auf diese Bevölkerungsgruppe ausgerichtetes Freizeit- und Bewegungsangebot entwickelt, sodass ein Großteil der älteren Bevölkerung bis ins hohe Alter in Vereinen und Gruppen aktiv ist. Aufgrund des starken familiären Zusammenhalts und sehr guter nachbarschaftlicher Beziehungen können viele Seniorinnen und Senioren ihren Lebensabend zu Hause verbringen. Unterstützung bieten die mobilen Pflegedienste und ergänzende Angebote, wie z.B. Hausnotruf oder Essen auf Rädern. Daneben existieren zahlreiche ambulante und stationäre Einrichtungen sowie drei Betreute Wohnanlagen, in denen die Bewohnerinnen und Bewohner die notwendige Pflege, Betreuung und Unterstützung im Alltag erfahren.
 
Mittlerweile zählt die Stadt mit den drei Stadtteilen Kirrlach, Waghäusel und Wiesental über 20.000 Einwohner. Die verschiedenen Angebote von Wohnen über Kinderbetreuung, Schule und Leben im Alter bis hin zu Freizeit, Kultur und Sport werden ständig ausgebaut und entsprechend des Bedarfs der Bürgerinnen und Bürger weiterentwickelt.
 
Das neue Selbstverständnis der jüngsten Großen Kreisstadt im Land spiegelt sich auch in dem direkten Arbeitsumfeld der Stadtverwaltung wider.
Hell und freundlich, sachlich und transparent – so präsentiert sich das Waghäuseler Rathaus nach dem Umbau und der Erweiterung in seiner neuen architektonischen Gestaltung rechtzeitig zur Erhebung zur Großen Kreisstadt. Bereits 1999 gab es erste Gedanken über eine Erweiterung aufgrund der drohenden Raumnot in dem seit seiner Einweihung 1983 unveränderten Gebäude. Gut 14 Jahre später und damit 30 Jahre nach der Fertigstellung des Bestandsbaus ist das in den vergangenen Jahren noch größer gewordene Platzproblem nun gelöst worden. Waghäusels Oberbürgermeister Walter Heiler MdL betont stets: „Der Umbau und die Erweiterung sind kein Luxus, sondern pure Notwendigkeit.“ Die reine Bauzeit für das ehrgeizige Gesamtprojekt, das vom örtlichen Architekturbüro Sand + Partner geplant wurde, betrug gerade einmal zwei Jahre. Im Januar dieses Jahres haben die Bediensteten der Stadtverwaltung den Erweiterungsbau bezogen und seit dem 01. September 2013 können auch die größtenteils neu gestalteten Räume im Altbau wieder von der Verwaltung genutzt werden.
 

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Thomas Köhler

Amtsleiter

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