Rad fahren in Waghäusel

Eine lebenswerte Stadt ist auch dadurch gekennzeichnet, dass nicht mehr nur der Autoverkehr die Hauptrolle spielt, sondern auch Fahrradfahrer, Fußgänger und andere nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gemeinsam die Straßen nutzen und Rücksicht aufeinander nehmen.

Das Fahrrad ist das perfekte Kurzstreckenfahrzeug für Wege unter fünf Kilometer. Es ist günstig im Unterhalt, lässt sich quasi überall parken und hält seine Nutzerinnen und Nutzer in Bewegung. Durch den Umstieg auf das Fahrrad wird auch ein Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes geleistet. Außerdem sparen Radfahrer Spritkosten, wenn sie aufs Fahrrad steigen. Ein höherer Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr kommt auch dem Einzelhandel zugute: Mit dem Rad schaut man häufiger in der Innenstadt vorbei. Mehr Radverkehr belebt durch neue Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten die lokale Wirtschaft.

Waghäusel bekennt sich uneingeschränkt zu diesen Zielen und will deshalb ein schlüssiges und nachhaltiges Fahrradkonzept für die ganze Stadt erstellen. Aus diesem Grund hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss beschlossen, die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg – kurz AGFK) zu beantragen. In dieser Arbeitsgemeinschaft steht der Austausch von Wissen und die Bildung eines Wissensnetzwerkes im Vordergrund. Langfristig profitieren die beteiligten Kommunen voneinander und bringen so den Fahrradgedanken voran. Ziel ist es, die Voraussetzungen für die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Stadt“ zu schaffen.

Mit Schreiben vom 27.07.2016 wurde die Große Kreisstadt Waghäusel in die AGFK aufgenommen.

Fahrradkonzept meint dabei nicht nur die Errichtung/Verbesserung der Radwege. Das Konzept versteht sich als ganzheitliche Maßnahme. Neben dem Ausbau und der Optimierung des Radwegenetzes gehören dazu Abstellanlagen an wichtigen Punkten (Bahnhöfe, Bushaltestellen, zentrale Plätze), Übergang zu anderen Verkehrsmitteln, Pannenstationen, touristische Angebote für Radfahrer (Bed & Bike), Sportangebote, Ladestationen u.v.m. Kurzum, es soll eine Radinfrastruktur aufgebaut werden, die die Attraktivität des Radfahrens steigert und so auch Umsteiger mit dem Ziel anlockt, den Autoverkehr im Ort einzudämmen, Radfahren als selbstverständliche, umweltfreundliche und günstige Art der Fortbewegung zu fördern und eine fahrradfreundliche Mobilitätskultur zu etablieren.

Das Land Baden-Württemberg hat in einem Strategiepapier Eckpunkte festgelegt, die dabei zu beachten sind. Über die Radverkehrsführung finden sich beispielsweise folgende Aussagen:

„Anforderungen an eine moderne Radverkehrsführung:
• Radverkehr gehört innerorts in der Regel auf die Fahrbahn.
• Beim Neu- oder Umbau von Radverkehrsanlagen sind die Belange des Fußverkehrs, insbesondere von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, zu berücksichtigen. Gemeinsame Führungen mit dem Fußverkehr sind innerorts zu vermeiden.
• Radfahrstreifen und Schutzstreifen haben sich unter Sicherheitsaspekten gut bewährt.
• Zweirichtungsradverkehr soll innerorts nur in begründeten Ausnahmefällen zugelassen werden.
• Sicherung aller Überquerungen an Ortseinfahrten mit Wechsel von der einseitigen Führung außerorts auf eine zweiseitige Führung innerorts.
• Eine Radwegebenutzungspflicht ist verkehrsrechtlich der Ausnahmefall und in jedem Einzelfall zu begründen.“

Diese und weitere Vorgaben müssen in einem schlüssigen Radkonzept berücksichtigt werden. Dabei ist dies keine statische Angelegenheit, sondern als Prozess zu verstehen. Alle relevanten Gruppen und die ganze Bürgerschaft sollen in diesen Prozess mit eingebunden werden. Ein sachkundiges Planungsbüro soll mit der Bündelung und Entwicklung beauftragt werden.

Auf diesen Seiten informieren wir regelmäßig über neue Aktivitäten und geben allgemeine Tipps und Infos rund um den Radverkehr.