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Historisches
Die Eremitage (links) ist ein Bauwerk von europäischer Bedeutung und eng mit den Namen Johann Michael Rohrer und
Balthasar Neumann verbunden. Sie steht auf dem Gelände einer Zuckerfabrik die 1995 ihren Betrieb einstellte.
Danach erwarb die Stadt das Areal. Hier fand auch am 21. Juni 1849 die Schlacht zwischen den badischen
Revolutionären und den Regierungstruppen statt, mit der die Niederlage der Freiheitskämpfer eingeläutet wurde.
Ihnen zu Ehren wurde an dieser Stelle ein Denkmal erstellt. Von hohem künstlerischen und historischem Wert ist
der flandrische Schnitzaltar (unten) in der katholischen Pfarrkirche Kirrlach.
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Am 21. Juni 1849 war Waghäusel Schauplatz einer der entscheidenden Schlachten der Badischen Revolution.
Im Jahr 1999, am 150. Jahrestag dieser Schlacht, stiftete die Waghäuseler Bürgerschaft neben der Eremitage
das Freiheitsdenkmal.
An die Revolutionäre und ihren Kampf für die Freiheit sollen auch die nach Friedrich Hecker, Gustav Struve,
Lorenz Brentano, Carl Schurz und Amand Goegg benannten Straßen auf dem ehemaligen Zuckerfabrik-Gelände erinnern.
Nach dem Scheitern der Revolution von 1848/49 auf gesamtdeutscher Ebene hatte der Aufstand in Baden mit dem Offenburger
Kongress der Volksvereine am 12./13. Mai 1849 begonnen, dessen freiheitlichen Forderungen sich fast das gesamte badische
Heer anschloss. Großherzog Leopold floh daraufhin in die damals bayerische Festung Germersheim und rief Preußen und
den Deutschen Bund zu Hilfe. Vom 14. Mai an war Baden für wenige Wochen Republik.
Am 20. Juni 1849 überquerten 25.000 preußische Soldaten unter General von Hirschfeld bei Germersheim den Rhein
und besetzten Philippsburg und Rheinsheim. Bei Wiesental kam zu einem ersten Gefecht, nach dem sich die Preußen nach
Philippsburg zurückziehen mussten.
Für die bei Wiesental gefallenen sechs preußischen Husaren wurde am 20. Juni 1851 in Anwesenheit des späteren
Reichskanzlers Otto von Bismarck das Husarendenkmal errichtet, das noch heute in der Wiesentaler Ortsmitte steht.
Der Heimatverein Wiesental stellte ihm 2001 eine Gedenktafel für die badischen Toten gegenüber.
Am 21. Juni 1849 kam es zum entscheidenden Aufeinandertreffen in Waghäusel. Der Oberbefehlshaber der
Revolutionstruppen Ludwig Mieroslawski hatte 15.000 Soldaten von Neulußheim aus nach Waghäusel geführt und
die dortigen preußischen Einheiten, ca. 5.000 Mann, umstellt. Diese verschanzten sich in der Zuckerfabrik, der
Wallfahrtskirche und der Post. Nach heftigen Kämpfen gelang den Badenern die Einnahme der Fabrik, sie versäumten
es aber, die fliehenden preußischen Soldaten zu verfolgen. Als sich andere preußische Verbände auf Wiesental zu
bewegten, lösten Fehleinschätzungen und Falschmeldungen auf badischer Seite eine Panik aus und führten
zur Flucht in Richtung Heidelberg. Der anfängliche Sieg endete so in einer katastrophalen Niederlage.
Die Schlacht von Waghäusel läutete den Anfang vom Ende der badischen Revolution ein, die mit der Kapitulation
der Festung Rastatt am 23. Juli 1849 endgültig scheiterte. Bis 1850 blieb Baden unter preußischer Besatzung, bis 1852
galt preußisches Kriegsrecht.
Bei der Schlacht von Waghäusel sollen zwischen 20 und 28 preußische und über 40 badische Soldaten gefallen sein.
Letztere wurden angeblich bei Neulußheim in einem Massengrab verscharrt. Das einzig erhaltene Grab eines Toten dieser
Schlacht ist das des preußischen Hauptmanns Friedrich August Liebermann von Sonnenberg auf dem alten Friedhof bei der
Wallfahrtskirche.
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Legenden und Sagen
Die 1990 aufgestellte Bronzeskulptur „Der Rote Kuhhirte“ der fränkischen Künstler
Udo Maier und Alfred Opl erinnert an eine Kirrlacher Sagengestalt aus dem Dreißigjährigen
Krieg.Feindliche protestantische Truppen, die ihn zwingen wollten, sie nach Kirrlach zu
führen, soll der Kuhhirte stattdessen ins sumpfige Bruch in den gemeinsamen Tod geführt haben,
um sein Heimatdorf vor der Zerstörung zu retten.
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Hinter der Statue des versinkenden Kuhhirten
erhebt sich als Symbol für die Brücke, über die er die Soldaten führte, eine kleine Halbkugel
mit zwei die Sage erläuternden Bronzetafeln aus dem Boden.Die auf dem Rücken der Plastik zitierten
Zeilen aus dem Gedicht „Fragen eines lesenden Arbeiters“ von Bertolt Brecht sollen daran erinnern,
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dass zur Geschichte nicht nur die Großtaten der Berühmten sondern auch die
Leiden der einfachen Menschen gehören. Die mündlich überlieferte Kuhhirten-Sage wurde 1934
von Artur Schmitteckert zu einer heimatkundlichen Erzählung ausgestaltet.
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Das Gesicht der Stadtteile
Das Taglöhnerhaus (links)an der Heidelberger Straße zeigt einen Haustyp, wie er in unserer Region bis weit
in das 19. Jahrhundert hinein für die einfache bäuerliche Bevölkerung üblich war. Auch wenn die
Stadtteile heute keine geschlossene historische Ortskerne mehr aufweisen, bemüht man sich neue Gebäude,
wie hier in der Karlsruher Straße (links unten) verträglich zu integrieren.
Aber der Bedarf an Neubaugebieten wächst. Allein zwischen 2000 und 2006 wurden über 450 Bauplätze neu
erschlossen (unten).
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Charakter
Auch wenn die Stadt Waghäusel heute mehr als 20.000 Einwohner hat, haben sich Charme und Charakter der
drei Stadtteile bewahrt. (rechts Kirrlach Ortsansicht, links unten Wagbachstraße Wiesental, unten Unterdorfstraße Kirrlach)
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Menschen
In Waghäusel ist nichts von der Anonymität zu spüren, die man andernorts in der heutigen Zeit
kennt. Man kennt sich, man will sich auch kennen und man bewahrt sich dadurch alte Sitten und Gebräuche.
Dazu gehört auch das gemeinschaftliche Schmücken der Häuser an Prozessionstagen.
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Vereine
Der gemeinschaftliche Geist in Waghäusel zeigt sich auch in der Vielzahl der hier ansässigen
Vereine. Mehr als 140 Angebote im sportlichen, kulturellen und caritativen Bereich warten auf engagierte
Mitglieder.
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"To make money"
Die heimische Landwirtschaft spielt seit langem nur noch eine untergeordnete Rolle und wird als Nebenwerweb
betrieben. Lediglich der Spargelanbau ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert. Arbeitsplätze in
Waghäusel findet man eher in Gewerbe, Industrie und Handel. Dafür wird auch einiges getan. Das ehrgeizigste
Projekt ist derzeit die Konversion der Industriebrache "Zuckerfabrik" in ein innovatives Gewerbegebiet.
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Natur im Blick
In Waghäusel schafft man mit Erfolg den Spagat zwischen Gewerbe- und Baugebiete einerseits sowie
Erhaltung und Wiederherstellung der Natur andererseits. Seitens der Stadt fördert man seit Jahren
die Restitution der einst typischen Streuobstwiesen, weist Naturschutzgebiete aus und renaturiert Gewässer
mit großem Aufwand. Die Pflege der so entstehenden Landschaft geschieht möglichst ohne Technikeinsatz.
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Auftanken
Waghäusel ist umgeben von den Wäldern der unteren und oberen Lußhardt. Zahlreiche
Wege laden ein zum Spazierengehen, Joggen, Radfahren oder zur Erkundung zu Pferde.
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Blickpunkt
Eines der Wahrzeichen Waghäusels ist der Sendeturm im Stadtteil Wiesental.
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Bilder:
Peter Disson und Klaus Schwabenland
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