Leben und Wohnen im Eremitage-Park

Bürgerinformationsveranstaltung in Waghäusel

In Waghäusel kann Großes entstehen. Jedenfalls war unter den fast hundert Anwesenden bei einer Bürgerinformationsveranstaltung am 18. Juli im Rathaus-Atrium zum Thema „Umnutzung des Gewerbegebiets Eremitage“ jene euphorisierende Grundstimmung spürbar, welche das von einer Investorengruppe mit der Waghäuseler Unternehmerfamilie Wirth und der Mannheimer Firma Diringer & Scheidel in Aussicht gestellte Projekt „Wohnen und Arbeiten im Quartier“ beflügeln kann.

Markus Wirth, Wirsol-Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Wircon GmbH, hat nach dem Kauf der ehemaligen Südzucker-Villa seinen Firmensitz vor wenigen Wochen in die Nähe der Eremitage verlegt und sich nach eigenen Worten „in das Gelände verliebt“. Achim Ihrig von der Geschäftsleitung der eigentümergeführten Unternehmensgruppe Diringer & Scheidel zeigte sich vom vorgelegten Konzept überzeugt. Beide Investoren hatten deshalb das Planungsbüro Bresch, Henne, Mühlinghaus (bhm) mit der Erstellung eines „Masterplan Eremitage 2018“ beauftragt. Einleitend erinnerte Oberbürgermeister Walter Heiler, dass eine Umnutzung die Änderung des Bebauungsplans erforderlich machen würde. „Wir stehen heute am Anfang eines möglicherweise ganz neuen Prozesses und haben ganz bewusst gleich zu Beginn die Bevölkerung miteinbezogen“, sagte das Waghäuseler Stadtoberhaupt. Nach den Vorstellungen von Architektin Iris Mahn-Milla und Stadtplaner Tobias Müller soll auf dem 8,5 Hektar großen Gelände „etwas Neues geschaffen werden“. Die Mischnutzung sieht kostengünstiges und anspruchsvolles Wohnen für 700 bis 800 Menschen ebenso vor wie produzierendes und hochwertiges Gewerbe, Handwerkerhöfe, einen Kindergarten, Parkhaus sowie Gastronomie mit Freiflächen. Von einem neuen Stadtteil sprach OB Heiler. Wichtig sei die Anbindung des Quartiers an das Rad- und Fußwegenetz sowie die Nähe zum Bahnhof Waghäusel. Vorgelegt wurden zwei Konzepte, mit und ohne Einbeziehung der Zuckersilos. Für OB Heiler hat jedoch der bestehende Beschluss zum Abbau der Türme Gültigkeit. „Wenn die Investoren jedoch die Silos mitnutzen wollen, könnte das Thema nochmals vor den Gemeinderat kommen“, sagte der Rathauschef. In einem Planungsentwurf ist der Bau von Wohnungen rund um die Silos angedacht. „Eine Realisierung ist allerdings von den Kosten abhängig“, gab Markus Wirth zu verstehen. Der Spitzhacke zum Opfer müsste auf alle Fälle das Gebäude der Musikschule fallen, wobei zuvor für entsprechenden Ersatz zu sorgen wäre. Gelobt wurde von einem Besucher „der Mut neu zu denken und die Klarheit der vorgelegten Struktur“. Berücksichtigung fände die Forderung nach bezahlbaren Wohnungen, einem Verkehrskonzept vor allem für die Lastkraftwagen, Schallschutzmaßnahmen, Rücksicht auf die geplante Sternwarte sowie die Nutzung der Eremitage als kultureller Mittelpunkt der Großen Kreisstadt. Eine mögliche Änderung des Bebauungsplans würde etwa ein Jahr beanspruchen. Bis zur endgültigen Fertigstellung des kompletten Quartiers werden geschätzte zehn Jahre in Aussicht gestellt. Bis 2030 könnte demnach in Waghäusel Großes entstanden sein.
Text: Kurt Klumpp

(created on 23. July 2018)

Kontakt

Amt für Bürgerdienste
Gymnasiumstraße 1
68753 Waghäusel
Phone 07254 / 207 - 0
Fax 07254 / 207 - 2128