Waghäusel – ein Stern, der unseren Namen trägt

Beim gutbesuchten Neujahrsempfang der Großen Kreisstadt Waghäusel in der Wagbachhalle entwickelte Oberbürgermeister Walter Heiler eine Vision. „Vielleicht entdecken unsere Astronomiefreunde nach der Einweihung ihrer Sternwarte einen Himmelskörper, dem sie dann den Namen Waghäusel II geben können“, sagte der Rathauschef.

Diesen Blick in die Zukunft nutzte das Stadtoberhaupt als Parabel für das tägliche Zusammenleben, für Gemeinsinn und gegenseitige Achtung. Dabei geißelte er negative Denkweisen und Schwarzmalerei, forderte Respekt gegenüber den anderen Menschen. „Zorn und Wut sind Ventile und manchmal auch gesund – aber im Übermaß und auf Dauer machen sie krank und unglücklich und vergiften uns“, sagte OB Heiler. Er plädierte für konstruktive Kritik, die mit Vernunft und Verantwortung argumentiert werde, und nannte Toleranz, Respekt und friedliches Miteinander als Grundwerte unserer Gesellschaft. Walter Heiler erwähnte nicht ohne Stolz, dass die Stadt Waghäusel mit Blick auf die Lebensbedingungen unter insgesamt 581 untersuchten Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern bundesweit den 33. Platz einnehme. „Übertragen wäre das der zweite Platz unter den 18 Vereinen in der ersten Fußball-Bundesliga“, rechnete er vor.
In Anwesenheit von Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Robert Straub wagte dessen Nachfolger auch einen Blick in die Zukunft der Stadt Waghäusel. „Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung in Baden-Württemberg lag Anfang 2019 bei 1.178 Euro“, betonte Heiler und ergänzte: „Das entspricht so ziemlich unserem augenblicklichen Schuldenstand“. Die Stadt Waghäusel habe in den letzten 20 Jahren abzüglich der Landeszuschüsse allein für die Kinderbetreuung und ohne die Schulen insgesamt 53,5 Millionen Euro ausgegeben, war zu erfahren.
Mit Blick auf 2020 sprach der Rathauschef - vorbehaltlich der Zustimmung durch den Gemeinderat – von einer Investitionssumme in Höhe von 18 Millionen Euro. „Das ist der bisher größte Betrag in der Geschichte von Waghäusel, wobei es in der mittelfristigen Finanzplanung 40 Millionen sein werden“, blickte er voraus. Und auch hier gehe es vor allem um Kinderbetreuung und Schulen. Fast zwei Millionen seien im gerade begonnenen Jahr als Planungsraten für den Anbau an der Kinderkrippe Nesthäkchen und den Neubau einer Kita im Oberspeyererfeld vorgesehen. Für den ersten Sanierungsabschnitt der Realschule stehen 2,5 Millionen im Haushalt sowie Planungskosten von 260.000 Euro für eine notwendige Erweiterung. Für Umbaumaßnahmen an der Bolandenschule II werden 1,2 Millionen eingestellt und für Brandschutzmaßnahmen in den Kavaliershäusern 450.000 Euro. Insgesamt 1,6 Millionen Euro sind in den nächsten beiden Jahren für den Ausbau eines Zentralen Omnibusbahnhofs mit weiteren PKW- und Fahrrad-Stellplätzen sowie einer öffentlichen Toilette eingeplant. Zu den Freiwilligkeitsleistungen der Stadt Waghäusel zählen die Schwimmbäder, die jährlich mit 1,5 Millionen Euro subventioniert werden, sowie die Mehrzweckhallen, deren Zuschusskosten bei 800.000 Euro liegen. „Der jährliche Zuschussbedarf liegt für die Stadtbibliothek bei etwa 395.000 Euro, für die Musikschule bei 364.000 Euro, für den AWO-Schülerhort bei 322.000 Euro sowie für das Jugendzentrum WaWiKi bei 287.000 Euro, während sich die Zuschüsse an die Vereine auf rund 160.000 Euro belaufen“, sagte der Oberbürgermeister. Er kündigte ein Konsolidierungsprogramm an, wobei es keine Tabus geben dürfe. Allerdings betonte er auch, dass „Sport, Kultur und Freizeitangebote zu unserer Stadt gehören und sie attraktiv und lebenswert mache“.

Statistische Zahlen aus dem Rathaus
Interessantes Zahlenmaterial präsentierte der Rathauschef zum Ende seiner Neujahrsansprache. Demnach musste 2019 die Kämmerei 229.589 Einnahme- und 22.541 Ausgabevorgänge verbuchen. Bei einem Ausländeranteil von 12,25 Prozent stieg die Einwohnerzahl zum 30. November 2019 auf 21.649 Personen. Registriert wurden 205 Neugeborene, wobei die Namen Ella und Henri am häufigsten gewählt wurden. In der Gemeinschaftsunterkunft in der Marie-Curie-Straße leben derzeit 45 Geflüchtete, das sind 35 Menschen weniger als im Vorjahr, während die Anzahl der Personen in der Anschlussunterbringung um 20 auf derzeit 140 Menschen gestiegen sei. Neu angemeldet wurden im Vorjahr 209 Gewerbebetriebe, insgesamt sind es nun 1.955 Betriebe.
In Waghäusel gibt es 80 konzessionierte Gaststätten und 2019 wurden 102 Ausschankgenehmigungen erteilt. Abgewickelt wurden 220 Baurechtsverfahren, und das Bürgerbüro wurde im Vorjahr von 9.700 Kunden besucht. Die Verkehrsbehörde der Stadt Waghäusel hatte 603 Baustellen, 42 Straßensperrungen für Veranstaltungen und 150 Schwertransporte genehmigt sowie 1.250 Anhörungen im Schwerverkehr bearbeitet. Die städtische Bußgeldbehörde musste insgesamt 16.113 Fälle bearbeiten. Darunter waren 14.064 Geschwindigkeitsverstöße, 1.500 Parkverstöße sowie 195 Unfälle und 365 Handy-, Gurt-, Alkohol- und Drogenverstöße.
Abschließend bedankte sich Oberbürgermeister Walter Heiler bei seinen beiden Glücksbringern an der Seite, den Mitgliedern des Gemeinderats, bei Feuerwehr, Polizei, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk sowie bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich in Vereinen und Organisationen für das Gemeinwohl engagieren. Sein besonderer Dank galt dem Musikverein Wiesental unter der Leitung von Michael Bender für die Gestaltung des Neujahrsempfangs.
Text: Kurt Klumpp

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