Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Im Frühjahr rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu auf: „Seien wir vernünftig! Seien wir solidarisch!“

Damals hatten die meisten von uns Hoffnung, auch ich, dass sich die Krise würde überwinden lassen, Hoffnung, dass das Coronavirus uns nicht ewig beherrschen würde, Hoffnung, dass schnell Mittel und Wege gefunden würden, um für uns alle wieder Arbeit, Kindergarten, Schule, Vereinsleben, Sport, geselliges Beisammensein und auch Spaß möglich zu machen. Im Frühjahr habe ich nicht gedacht, dass diese Krise bis zum Jahresende andauern würde. Damals schienen mir die Absagen von Veranstaltungen für den Herbst schon übertrieben. Leider wurde ich und wurden wir in unseren Hoffnungen enttäuscht.
 
So vieles musste im Verlauf dieses Jahres abgesagt werden, private Feiern und öffentliche Veranstaltungen. Kein Straßenfest, keine Konzerte, keine Vereinsfeste, kein Blumenschmuckwettbewerb, kein Seniorennachmittag, keine Fasenachtseröffnung, kein Zucker Wag und Häusel, keine Klingende Eremitage, kein Kerwefest und Vieles mehr. Wenn ich dies so aufzähle, merke ich wieder einmal, welch aktives Gemeinschaftsleben wir in unserer Stadt haben. Und schon sind die Absagen für das kommende Jahr da bis hin zur Fasenacht. Das tut weh und macht eigentlich wenig Hoffnung. Aber ich glaube, dass Jede und Jeder von uns dazu beitragen kann, dass wir dieses lebens- und liebenswerte Miteinander bald wieder haben können. Nur ist dazu unabdingbare Voraussetzung, dass wir nicht nur daran glauben, sondern dafür auch etwas tun. Und das bedeutet: Vernunft ist mehr gefragt als Egoismus.
 
Jetzt, im November, müssen die Gaststätten, Kinos, Theater und Freizeiteinrichtungen wieder schließen, die Sport- und Vereinsaktivitäten müssen unterbleiben und auch auf geselliges Zusammensein sollen wir wieder verzichten. "Reduzieren Sie Ihre Kontakte, wo immer das möglich ist", forderte uns Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt auf.
 
Auch ich muss leider an Sie appellieren, im November, soweit es geht, zu Hause zu bleiben. Beim Kontakt mit anderen, beim Einkaufen und wo immer Sie sich aufhalten, beachten Sie die Hygieneregeln – zum eigenen Schutz und zum Schutz der Anderen und damit wir Kindertagesstätten, Schulen, Geschäfte und Betriebe weitgehend geöffnet halten können.
 
Wir alle leiden unter den Einschränkungen. Überall ist es unpersönlicher, distanzierter, abweisender als früher. Selbst zu uns ins Rathaus kommt man nur mit telefonischen Absprachen und Sicherheitsvorkehrungen. Das ist schmerzlich, ganz besonders in dieser Vorweihnachtszeit.
 
Was können wir gegen die Traurigkeit und den Frust tun? Es freut mich, dass sich Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Stadt Gedanken machen, wie man ein wenig Freude und Licht in dieser „dunklen“ Zeit verbreiten könnte. Mosern, maulen, schreien und streiten trägt eine Gesellschaft nicht durch eine schwere Zeit, gegenseitiges Beschuldigen und Misstrauen schaffen keine Gemeinschaft.
 
Unsere Bundeskanzlerin sagte: „Es wird ein Weihnachten unter Corona-Bedingungen sein, aber es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein“.
 
Bekämpfen wir die Einsamkeit und das Virus. Lassen Sie uns auch und gerade jetzt gemeinsam dafür eintreten, wo immer es möglich ist, das Leben für uns alle lebens- und liebenswert zu machen, im positiven Umgang miteinander. Auf dass Solidarität, Freundlichkeit, gegenseitiger Respekt, Achtung und Hilfsbereitschaft die Maxime unseres Handelns sind. Auch Kleinigkeiten können helfen, wie zum Beispiel ein nettes „Hallo“ oder „Jou“ auf der Straße, auch einmal zu einem Menschen, den wir nicht kennen.
 
Sagen Sie in diesen kommenden Wochen lieben Menschen öfter was Nettes, rufen Sie an, schreiben Sie vielleicht sogar einmal wieder etwas länger. Bleiben Sie unseren Vereinen verbunden. Unterstützen Sie unsere Gaststätten beim Außer-Haus-Verkauf und unseren Einzelhandel.
 
Gerade in Zeiten wie diesen setze ich umso mehr darauf, dass wir in Waghäusel zusammenhalten. Zur Solidarität gehört auch, dass wir uns verantwortungsvoll verhalten. Nur dann können wir, hoffentlich schnell, zu einem Zustand zurückkehren, den wir früher einmal als normal bezeichnet haben und der uns selbstverständlich war: ein Gefühl der Gemeinschaft und Freude mit unseren Lieben.
 
Ich wünsche Ihnen allen viel Kraft in diesen besonderen Tagen. Passen Sie gut auf sich und Ihre Mitmenschen auf und bleiben Sie bitte alle gesund.
 
Ihr Oberbürgermeister Walter Heiler sowie das gesamte Team der Stadtverwaltung mit allen Außenstellen und Zweckverbänden

(Erstellt am 06. November 2020)

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