Waghäusel jetzt ein „Ort der Demokratiegeschichte“

Aufnahme in Deutschlandkarte / Plakette soll am Freiheitsdenkmal angebracht werden

Oberbürgermeister Walter Heiler zusammen mit Artur J. Hofmann vor dem Freiheitsdenkmal

Waghäusel gehört nun offiziell zu den „Orten der Demokratiegeschichte“ mit einem Eintrag in der Deutschlandkarte auf der Internetseite www.demokratie-geschichte.de.

Damit wurde die Große Kreisstadt aufgenommen in eine Reihe von wichtigen Plätzen, wo Demokratiegeschichte geschrieben wurde und sie bis heute erlebt werden kann. Die Geschichte der deutschen Demokratie wird bei dem bundesweiten Projekt anhand von Personen und Orten nachvollzogen.

Im Auftrag der 2017 gegründete Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ mit inzwischen mehr als 60 Mitgliedsorganisationen und mit Förderung durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien hat der Verein „Weimarer Republik e.V.“ die Liste erstellt und veröffentlicht. Die Informationsplattform www.demokratie-geschichte.de wurde zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit freigeschaltet und bietet ein differenziertes Bild der vielfältigen Demokratisierungsbestrebungen in den vergangenen zwei Jahrhunderten mit ausführlichen Beschreibungen und Verweisen auf Orte und Persönlichkeiten.
In der Ortsliste dabei sind aus der näheren Umgebung Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe, Rastatt und Sinsheim.

„Wir laden dazu ein, in den einzelnen Regionen nach den Wurzeln unserer heutigen Demokratie zu suchen“, so Projektleiter Dr. Markus Lang. „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern wurde erkämpft und muss tagtäglich verteidigt und neu justiert werden.“

Die Stadt Waghäusel war dieser Einladung gefolgt und hatte sich um die Aufnahme in die Liste beworben. Dabei konnte man darauf verweisen, dass Bürgerschaft, Politik und Stadtverwaltung Waghäusel sich seit Jahrzehnten um die Erinnerung an den Freiheitskampf in der Badischen Revolution von 1849 und die besondere Bedeutung der Demokratie am Ort bemühen. Ein starkes Zeugnis ist das Freiheitsdenkmal mit der Aufschrift „Den Wegbereitern der Demokratie“. Die Kosten für die Errichtung von damals 250.000 Euro wurden weitgehend durch Spenden von Bürgern, Firmen und Vereinen aufgebracht. Es erinnert daran, dass Wiesental und Waghäusel am 20. und 21. Juni 1849 Schauplätze einer der entscheidenden Schlachten der Badischen Revolution waren, bei der das badisch-pfälzische Revolutionsheer letztendlich von preußischen Truppen geschlagen wurde. In der Nähe des historischen Schlachtfelds benannte der Gemeinderat seit den 1990er Jahren Straßen nach den Freiheitskämpfern Friedrich Hecker, Gustav Struve, Johann Philipp Becker, Lorenz Brentano, Amand Goegg, Carl Schurz und Franz Sigel. Weitere demokratische Denkmäler sind die Verfassungssäule des Landkreises beim Rathaus und der Erinnerungsstein für die Freiheitskämpfer im Wiesentaler Park. Im Wiesentaler Heimatmuseum und im Museum in der Eremitage werden an die Badische Revolution und den Kampf für die Demokratie erinnert.

Oberbürgermeister Walter Heiler hatte Stadtarchivarin Katja Hoffmann mit der Bewerbung beauftragt und freute sich nun, die von der Arbeitsgemeinschaft verliehene Plakette „Ort der Demokratiegeschichte“ zusammen mit Artur J. Hofmann, Hauptinitiator des Freiheitsdenkmals und seit Jahrzehnten aktiver Ortshistoriker, entgegennehmen zu können. Alle drei hatten gehofft, die Plakette im Rahmen des „Festivals der Demokratie“ am Freiheitsdenkmal anbringen zu können. Dies wäre ein passender und würdiger Rahmen gewesen. Bei dem von SPD und CDU geplanten Fest sollten alle Parteien und gesellschaftliche Gruppen bei Musik und Diskussionsrunden zu Demokratie und Freiheit ins Gespräch kommen. Leider musste es wegen der Corona-Pandemie ein weiteres Jahr verschoben werden, neuer Termin ist der 19. Juni 2022.

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