Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Gibt es eigentlich noch Gutes in diesen harten und trüben Tagen zu berichten? Ich denke ja. Zumindest dann, wenn man das halb gefüllte Glas als halb volles und nicht als halb leeres erkennt.

Es gibt jetzt Impfstoffe gegen das Corona-Virus, gute, wirksame und verträgliche Impfstoffe, soweit wir bisher wissen. Diese wurden so schnell entwickelt wie selten zuvor gegen vergleichbare Krankheiten. Vorne mit dabei waren Forscherinnen und Forscher aus unserem Land, insbesondere eine deutsche Firma aus Mainz. Und es wird weiter geforscht und es wird, da bin ich mir sicher, weitere Erfolge in Vorbeugung und Behandlung geben. Es gibt jeden Tag Impfungen in unserem Land, in den Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, bei den Mobilen Hilfsdiensten, in den Impfzentren. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen und Todesfälle sinkt Gott sei Dank endlich einigermaßen deutlich. Kostenlose Schnelltests sollen kommen. Unsere Wirtschaft, unser Arbeitsmarkt, unsere soziale Absicherung, noch halten sie durch, wenn auch auf wackligen Beinen. Manche Branchen zugegebenermaßen auf äußerst wackligen Beinen. Noch können wir hoffen, nach der Krise weitermachen zu können. Noch gibt es viel Solidarität und Sicherheit in unserem Land. Und in unserer Stadt. Deshalb bitte ich Sie alle, liebe Bürgerinnen und Bürger, nutzen Sie, wenn immer dies möglich ist, die Angebote unserer Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister.

Schauen wir auf die guten Nachrichten, die positiven Entwicklungen, den Aufwärtstrend, wenn uns die Ängste und die Unsicherheit umtreiben. Denken wir an das Gute, das wir uns für unsere Lieben wünschen. Eben an das halb volle Glas.

Was nicht funktioniert, was zu lange dauert, was falsch gemacht wurde, aus all dem sollen und müssen wir lernen und alles tun, um es zu verbessern. Ständiges Schimpfen, Lamentieren und Schwarzmalen allerdings macht die Welt und auch unseren Gemütszustand nur dunkler und freudloser. Es ist kein Wettbewerb, wer durch das Virus mehr gefährdet, schlimmer betroffen, mehr gefordert ist oder auf wen mehr Rücksicht genommen werden muss – dem Virus ist das egal und es verteilt keine Preise.

Was können wir tun, um endlich zu dem vielbeschworenen Licht am Ende dieses viel zu langen, schmerzhaften Tunnels zu kommen? Wir alle sind gefragt, unser Bestes im Kampf gegen diese Pandemie und im Alltag zu geben, diszipliniert und konzentriert zu bleiben, damit das Virus keine Chance hat und unsere Gesellschaft und unsere Versorgung weiterlaufen können. Zuallererst ist jede und jeder selbst gefordert und in der Verantwortung.

Es waren dieses Jahr traurige Fasenachtstage. Keine Prunksitzungen, kein Rathaussturm, kein Treffen am Platz am Kreuz in Kirrlach, kein Umzug in Wiesental, kein Schlumpeln. Auch wenn die Fasenacht dieses Jahr ausfallen musste, es hat mich gefreut, wie oft das Erinnern und Erzählen über die Fasenacht früherer Jahre die Menschen zum Lächeln gebracht hat.

In diesen Tagen mussten wir in unserer Stadt einen harten Rückschlag einstecken. Die meisten aktiven Corona-Fälle im ganzen Landkreis zu haben, auf diesen Spitzenplatz hätten wir gerne verzichtet. Der Corona-Ausbruch in einem unserer Alten- und Pflegeheime ist traurig, umso mehr, als dort gerade jetzt mit den Impfungen begonnen werden sollte. Krankheiten fragen nicht nach gerecht oder ungerecht. Es geht nicht um Statistiken, sondern um Menschen und Schicksale. Meine Gedanken und guten Wünsche sind bei den Betroffenen und den Angehörigen. Und auch beim Pflegepersonal, dem ich meine große Hochachtung und meinen Dank ausspreche!
Gleichzeitig hat auch in einer hiesigen Firma das Virus um sich gegriffen und beides zusammen führte zu den erschreckenden Zahlen für unsere Stadt. Im Pflegeheim wurden über 50 Bewohnerinnen und Bewohner sowie über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv getestet. In der betroffenen Firma waren es auch über 20 Infizierte.

Gerade wegen dieser lauernden Gefahr ist trotz sinkender Corona-Zahlen bundesweit der Lockdown nochmals bis zum 7. März verlängert worden. Niemand glaubt, dass danach plötzlich wieder alles öffnen können wird, leider. Denken wir daran, auch wenn es nur in kleinen Schritten vorangeht, es geht voran, ganz bestimmt. Da müssen wir jetzt einfach durch.

Ab dem kommenden Montag sollen Kitas und Kinderbetreuung in den "Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen" starten. Von Seiten der Stadtverwaltung tun wir unser Möglichstes, dass dies gut gelingt, ebenso wie für den gleichfalls ab dem 22. Februar beginnenden Wechselunterricht an den Grundschulen.

Die Friseure werden am 1. März wieder öffnen dürfen, nur ein kleiner Schritt für das Land, aber für viele von uns sicher ein großer Schnitt und ein heiß ersehnter.

Am 14. März 2021 wird der Landtag von Baden-Württemberg neu gewählt. Corona hat den Wahlkampf stark eingeschränkt und fast in den Hintergrund gedrückt. Wahlveranstaltungen vor Ort und persönliche Begegnungen mussten bedauerlicherweise weitgehend ausfallen. Daher meine Bitte: Denken Sie an diese Wahl. Das demokratische Wahlrecht ist ein hohes Gut, wer immer kann, sollte es wahrnehmen und seine Stimme sinnvoll und gut vergeben. Es besteht die Möglichkeit der Briefwahl, von der viele schon Gebrauch gemacht haben.

"Wir müssen einander achten und wir müssen aufeinander achten." So hat es der damalige Bundespräsidenten Johannes Rau schon 2004 gesagt und dies gilt gerade jetzt mehr denn je.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche Ihnen allen viel Kraft in diesen besonderen Tagen. Passen Sie gut auf sich und Ihre Mitmenschen auf und bleiben Sie bitte alle gesund.

Ihr Oberbürgermeister Walter Heiler sowie das gesamte Team der Stadtverwaltung mit allen Außenstellen und Zweckverbänden

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