Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Mitglieder des Gemeinderats, das Team der Stadtverwaltung mit allen Außenstellen und ich wünschen Ihnen von Herzen ein frohes Osterfest!

Leider ist es nun das zweite Osterfest unter Corona-Bedingungen, wieder bleiben uns „normale“ Ostergottesdienste und liebgewonnene Osterbräuche ebenso verwehrt wie das gemeinsame Feiern im großen Familien- oder Freundeskreis und auch der unbeschwerte Osterurlaub nah oder fern. Der Frühling ist da, mit wunderbarem Wetter in dieser Woche, und keinerlei Aussichten auf Biergarten, Fußballspielen oder einen Einkaufsbummel. Das schmerzt mich auch, glauben Sie mir.
 
Vor einem Jahr war die Hoffnung groß, dass bald der „normale“ Alltag wieder einkehren und wir unser „normales“ Leben wieder würden führen können. Trauriger Weise ist es anders gekommen und je länger es dauert, umso mehr verändert sich alles. Ein Zurück zum Alltag vor dem März 2020 wird es vermutlich nicht mehr geben. Das Virus wird uns länger begleiten, selbst wenn es durch Impfungen und Medikamente hoffentlich bald einschränkt und gebändigt wird. Im Gegensatz zum letzten Jahr denkt wohl niemand mehr, dass der Lockdown schnell vorbei sein wird, ist keiner mehr zuversichtlich, dass alles gut funktionieren und klappen wird. Leider.
 
Es gab in unserer Gemeinde in der letzten Woche Demonstrationen von Eltern, Gastwirten und Gewerbetreibenden. Ich verstehe die Angst, die Not und den Frust. Die Einschränkungen tun weh, sind existenzbedrohend und nicht immer logisch und nachvollziehbar. Es gab Rückschläge im Kampf gegen die Pandemie, gerade in letzter Zeit. Es gab und gibt Fehler und Versäumnisse. Je ein Drittel der Deutschen soll für mehr, weniger oder gleichbleibende Einschränkungen sein. Auch das spaltet und verunsichert. Die Stimmung im Land sei müde und wütend lese ich in diesen Tagen oft. Auch das kann ich nachvollziehen. Wut und Resignation lösen jedoch keine Probleme.
 
Gerade deshalb möchte ich wie im letzten Jahr an dieser Stelle daran erinnern, dass Ostern für Hoffnung und Zuversicht steht. Wir müssen da jetzt einfach durch. Es geht darum, durchzuhalten, zusammenzuhalten und wo es geht, anzupacken. Es geht voran, sicherlich langsamer als erhofft und gewünscht, trotzdem geht es voran.
 
„Im Leben geht es nicht nur darum, gute Karten zu haben, sondern auch darum, mit einem schlechten Blatt gut zu spielen“, so brachte es Robert Louis Stevenson, Autor der „Schatzinsel“ auf den Punkt. Konzentrieren wir uns auf die Verbesserung der Situation, helfen wir alle mit, dass die Ansteckungszahlen sinken und geimpft wird.
 
Corona ist eine Tatsache, der wir uns stellen müssen, die nicht verschwindet, nur, weil wir es behaupten oder so wollen. Mehr als 76.000 Menschen sind in Deutschland daran verstorben, weltweit sollen es fast 2,8 Millionen sein. Das ist traurig und schlimm. Seit dem Impfbeginn Anfang 2021 gehen die Corona-Todeszahlen deutschlandweit zurück. Das ist ein Lichtblick.
 
Leider sind gerade einmal elf Prozent der Deutschen bisher geimpft. Für April sind endlich mehr Impfdosen angekündigt, es kann dann mehr und schneller geimpft werden. Das macht mir Hoffnung.
 
Hier bei uns startete in der vergangenen Woche ein mobiles Impfteam in der Wagbachhalle damit, bis zum Karfreitag rund 400 über 80-jährigen Bürgerinnen und Bürger eine erste Corona-Impfung zu verabreichen. Alle Beteiligten waren diszipliniert und gut gelaunt bei der Sache, die Impfwilligen ebenso wie das Personal. Für mich war es schön zu merken, wie sehr das für beide Seiten hilfreich und wohltuend war. Mein besonderes Dankeschön gilt Katarina Blattner mit ihrem Rathaus-Team, die hier hervorragende Arbeit bei der Vorbereitung und Durchführung geleistet haben, und allen Helferinnen und Helfern vor Ort.
 
Wir haben seit Mitte März ein eigenes Corona-Testzentrum im Jugendzentrum eingerichtet, das bis einschließlich Gründonnerstag ca. 1.500 Schnelltests durchgeführt haben wird. Hier danke ich Frau Silke Schwaner, Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin, Jürgen Schlindwein vom Notrufteam Waghäusel und dem Team des Rheintalbades Waghäusel für ihren Einsatz.
 
Was es so besonders hart macht, ist, dass die Corona-Pandemie uns zum Nichtstun, Abwarten, zum Stillstand zu verdammen scheint, wo wir doch aktiv dagegen ankämpfen und etwas tun wollen. Auch hier wird es vorangehen, wenn das Impfen Fortschritte macht. Sobald Öffnungsschritte möglich werden, bitte ich Sie, Ihre Energie einzusetzen im Kampf gegen die Pandemie-Folgen. Unterstützen Sie aktiv unsere Altenheime, unsere Kindergärten und Schulen, unsere Vereine, unsere Einzelhändler und Wirte vor Ort, unsere ganze Gemeinschaft – mit allem, was jetzt schon möglich ist und noch mehr in Zukunft.
 
Die Krise ist für uns alle hart und voller Ängste, Sorgen und Rückschläge. Sie bietet dennoch die Chance, darüber nachzudenken, was wir tief im Herzen vermissen, was unser Leben wirklich lebenswert macht, wofür wir uns viel mehr Zeit nehmen und was wir ändern wollen – und was vielleicht gar nicht so wichtig ist. Das Virus zwingt uns, Abstand zu halten und auf Distanz zu gehen. Damit macht es uns schmerzlich bewusst, wie wichtig menschliche Nähe, Beisammensein, Kameradschaft und Freundschaft sind. Das ersetzt kein Internet, kein Fernsehen, keine Technik und wahrscheinlich auch kein Geld.
 
Solidarität ist trotz allem das Gebot der Stunde. Corona trifft alle, aber nicht alle gleich schwer. Wir brauchen Zusammenhalt zwischen Starken und Schwachen, Reich und Arm, immer und gerade jetzt in Zeiten der Pandemie. Lassen Sie uns alle nach den bestmöglichen Lösungen suchen unter der positiven Maxime von Solidarität, Freundlichkeit, gegenseitigem Respekt, Achtung und Hilfsbereitschaft.
 
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche Ihnen allen weiterhin viel Kraft in diesen besonderen Tagen.
 
Ihr Oberbürgermeister Walter Heiler

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