Blick hinter die Bauzäune: So sieht das neue Bildungszentrum heute aus

Noch rollen Bagger über das Gelände an der Gymnasiumstraße. Bauzäune versperren teilweise den Blick und an vielen Stellen laufen die Arbeiten noch. Von außen wirkt das Bildungszentrum deshalb vielerorts noch wie eine Großbaustelle.
Hinter den Bauzäunen eröffnet sich jedoch ein anderes Bild: Während draußen noch gebaut wird, präsentieren sich die beiden Schulen im Inneren bereits als moderne Lernorte. Bei einem Informationsabend mit Rundgang durch die Gebäude erhielten die Mitglieder des Gemeinderats einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand des Projekts.
Ein Zukunftsprojekt mit langer Geschichte

Bereits zu Beginn machte Oberbürgermeister Thomas Deuschle deutlich, welche Bedeutung das Bildungszentrum für Waghäusel hat: „Wenn wir uns heute hier treffen, dann geht es um weit mehr als um ein Gebäude. Es geht um eines der größten und bedeutendsten Zukunftsprojekte unserer Stadt.“
Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die Geschichte des Bildungszentrums weit zurückreicht. Bereits mit der Gründung der Gesamtgemeinde Waghäusel im Jahr 1975 wurde festgelegt, dass die damalige Fusionsprämie ausschließlich für den Bau eines gemeinsamen Bildungszentrums verwendet werden sollte. „Schon damals war klar: Bildung soll Menschen verbinden und ein Mittelpunkt unseres Gemeinwesens werden“, so der Rathauschef. Heute, rund fünf Jahrzehnte später, rücke dieser Gedanke erneut in den Fokus.
Allein für den Neubau und die Sanierung der Realschule sowie den Bau der Gemeinschaftsschule hat die Stadt rund 39 Millionen Euro investiert. Hinzu kommen die Kosten für die Außenanlagen sowie die neue Verkehrsinfrastruktur mit barrierefreiem Busbahnhof, Fahrradabstellanlagen und Parkplätzen. Rund 9,5 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land tragen dazu bei, dieses Großprojekt zu realisieren.
Eine große offizielle Eröffnung soll dann stattfinden, wenn, voraussichtlich im Spätjahr 2027, auch die Arbeiten an den Außenanlagen abgeschlossen und das Bildungszentrum als Gesamtprojekt fertiggestellt ist.
Der anschließende Rundgang durch die verschiedenen Bereiche zeigte deshalb den Mitgliedern des Gemeinderats nicht nur helle Räume, moderne Technik und durchdachte Lernbereiche, in denen bereits gelernt wird, sondern auch welche Arbeiten bis zur vollständigen Fertigstellung noch ausstehen.
Moderne Räume für zeitgemäßes Lernen
Besonders beeindruckten die neuen Fachräume, die sowohl von der Realschule als auch von der Gemeinschaftsschule genutzt werden. Herunterfahrbare Deckenmodule versorgen die Arbeitsplätze flexibel mit Strom, Gas und weiteren Anschlüssen. Ergänzt wird das Konzept durch sogenannte medienBuddys®, mobile Versorgungseinheiten, die Strom und Gas direkt dorthin bringen, wo sie benötigt werden. Zum Einsatz kommen sie in den Multifunktionsräumen der Gemeinschaftsschule, die flexibel für unterschiedliche Unterrichtsfächer genutzt werden können.
Ein weiteres Beispiel für die durchdachte Ausstattung ist die neue Lehrküche der Gemeinschaftsschule. Sie verfügt unter anderem über eine höhenverstellbare Arbeitsplatte, sodass auch Schülerinnen und Schüler barrierefrei am Unterricht teilnehmen können.
Praxisnahes Lernen ermöglichen zudem die neugestalteten Werkräume in der Realschule. Ob Holz sägen, Werkstücke bohren oder Oberflächen schleifen: Die moderne Ausstattung bietet beste Voraussetzungen, um handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen und Theorie direkt in die Praxis umzusetzen.
Zum zeitgemäßen Lernen gehört heute auch der bewusste Umgang mit digitalen Medien. Neben der Medienbildung im Unterricht und dem Einsatz von Tablets verfügt die Realschule über einen modernen Computerbereich, der den Schülerinnen und Schülern für unterschiedliche Lern- und Projektarbeiten zur Verfügung steht.




Lernen braucht Raum, auch außerhalb des Klassenzimmers
Großen Wert legt das Bildungszentrum auf offene Lernlandschaften. Sowohl in der Gemeinschaftsschule als auch in der Realschule entstanden großzügige Bereiche, in denen Schülerinnen und Schüler alleine oder in kleinen Gruppen arbeiten können. Sie ergänzen die klassischen Klassenräume und schaffen Raum für individuelles Lernen, Projektarbeit oder den Austausch untereinander.
Im Atrium der Realschule laden zudem neue Sitzmöbel zum Lernen und Verweilen ein. Der Bereich bietet ausreichend Platz für mehrere Klassen und wird durch eine kleine Bibliothek sowie einen Wartebereich für Eltern ergänzt.
Ein besonderer Treffpunkt entstand auch in der Gemeinschaftsschule. Eine breite Treppe mit integrierten Sitzstufen dient nicht nur als Aufenthaltsbereich, sondern kann ebenso für Präsentationen, gemeinsames Arbeiten oder schulische Veranstaltungen genutzt werden.
Flexibilität spielt im gesamten Bildungszentrum eine wichtige Rolle. Einige Klassenräume lassen sich durch verschiebbare Wände miteinander verbinden. So entstehen bei Bedarf größere Räume, beispielsweise für Prüfungen.
Abgerundet wird das Konzept durch großzügige Räume für die Schulsozialarbeit sowie freundlich gestaltete Sekretariate und moderne Lehrerzimmer, die optimale Voraussetzungen für den Schulalltag schaffen.




Mehr als Unterricht
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch auf dem Ganztagsbereich der Gemeinschaftsschule. Hier entstanden helle und großzügige Räume für das Mittagsband. Während ein Bereich zum Ausruhen und Entspannen einlädt, bietet ein anderer Raum zahlreiche Möglichkeiten zum Spielen, Basteln und für gemeinsame Aktivitäten.
Die Mensa steht allen Schülerinnen und Schülern des Bildungszentrums zur Verfügung. Dort klang der Rundgang aus. Bei kleinen Kostproben aus dem Speiseangebot nutzten die Mitglieder des Gemeinderats die Gelegenheit zum Austausch und erhielten zugleich einen Ausblick auf die weitere Gestaltung der Außenanlagen, die das Gesamtprojekt in den kommenden Monaten abschließen werden.


Gemeinsam auf der Zielgeraden
Der Rundgang machte deutlich, wie weit das Bildungszentrum bereits fortgeschritten ist. Auch wenn im Außenbereich noch gearbeitet wird, sind im Inneren moderne Lernorte entstanden, die den Schulalltag schon heute prägen. Mit dem Abschluss der Außenanlagen wird das Bildungszentrum voraussichtlich 2027 vollständig fertiggestellt und damit eines der größten Zukunftsprojekte der Stadt Waghäusel vollendet.
Zum Abschluss des Rundgangs sprach Oberbürgermeister Thomas Deuschle allen Beteiligten seinen Dank aus. Besonders würdigte er die Schülerinnen und Schüler, die während der Sanierung und der Bauphase mit viel Geduld und Flexibilität ihren Schulalltag gemeistert haben. Ebenso dankte er den Schulleitungen, den Lehrkräften sowie den Mitarbeitenden der Schulen und der Stadtverwaltung, die das Bildungszentrum mit großem Engagement begleitet und Schritt für Schritt Wirklichkeit werden ließen.








