Neujahrsempfang der Stadt Waghäusel: Investitionen in Bildung & klare Worte

Der 24. Neujahrsempfang der Stadt Waghäusel am Freitag, 16. Januar, in der Wagbachhalle stand ganz im Zeichen der Zukunftsgestaltung. Oberbürgermeister Thomas Deuschle nutzte seine Neujahrsansprache, um einerseits die aktuellen globalen und nationalen Herausforderungen offen anzusprechen, andererseits aber vor allem den Blick auf das zu richten, was vor Ort gelingt: Investitionen in Bildung und Infrastruktur, engagierte Jugendarbeit und ein starkes ehrenamtliches Miteinander.
Zwischen Weltpolitik und kommunaler Verantwortung
Zu Beginn seiner Rede schlug der Oberbürgermeister einen weiten Bogen. Internationale Krisen, geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten machten es vielen Menschen derzeit schwer, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Auch die Kommunen stehen unter zunehmendem Druck – geprägt von anhaltendem Reformstau, überbordender Bürokratie und einer angespannten Haushaltslage. Deuschle sprach diese Entwicklungen offen an.
Zugleich machte er deutlich, dass trotz dieser Rahmenbedingungen gerade auf kommunaler Ebene Gestaltungsspielräume bestehen. In der örtlichen Gemeinschaft liege weiterhin die Möglichkeit, Lebensbedingungen aktiv zu formen und im guten Miteinander Vertrauen in die Zukunft zu gewinnen. Zur gedanklichen Einordnung griff Deuschle ein Zitat des römischen Philosophen Marc Aurel auf: „Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“
Bildung als zentrale Zukunftsinvestition
Den inhaltlichen Schwerpunkt seiner Rede legte der Oberbürgermeister klar auf das Thema Bildung. Mit Abstand die größten Investitionen tätigt die Stadt Waghäusel weiterhin in ihre Bildungslandschaft. Herzstück ist das Bildungszentrum an der Gymnasiumstraße. Der Neubau der Gemeinschaftsschule wurde pünktlich zum Schuljahr 2025/26 fertiggestellt und bereits bezogen. In nur 15 Monaten Bauzeit entstand ein modernes Schulgebäude, in das rund 14 Millionen Euro investiert wurden. Die gewählte Systembauweise sorgte dabei für hohe Kosten- und Terminsicherheit.
Parallel dazu wird die Johann-Peter-Hebel-Realschule weiterhin umfassend saniert. Die Arbeiten erfolgen im laufenden Schulbetrieb. Verzögerungen und Provisorien stellten alle Beteiligten vor Herausforderungen. Zugleich konnten bereits erste sanierte Bereiche fertiggestellt werden. Wenn, wie derzeit geplant, alle Arbeiten bis zum Frühjahr abgeschlossen und abgerechnet sind, wird die Stadt über die Jahre ebenfalls rund 14 Millionen Euro für die Sanierung der Realschule aufgewendet haben.
Ergänzt wurden die Schulbaumaßnahmen durch weitere Investitionen in die neue Verkehrserschließung des Bildungszentrums, darunter der barrierefreie Schul-Busbahnhof, überdachte Fahrradabstellanlagen und Parkplätze. Die Neugestaltung des Schulhofs ist das nächste größere Projekt und soll planmäßig bis zum Sommer fertiggestellt werden.
Auch die Stadtbibliothek wurde als moderner Ort der Bildung und Begegnung hervorgehoben, der nach der Wiedereröffnung von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird.
Wagbachhalle und Jugendarbeit im Fokus
Die Wagbachhalle, Veranstaltungsort des Neujahrsempfangs, war ebenfalls Thema der Rede. Sie befindet sich derzeit in einer umfassenden Sanierung. Dach, Fassade und Innenbereiche werden erneuert, um die Halle langfristig als wichtigen Treffpunkt für Sport, Kultur und Vereinsleben zu sichern. Der Mehrgenerationensportpark wurde schon Ende Juli 2025 eröffnet und erfreut sich ganzjährig großer Beliebtheit.
Ein weiteres Augenmerk legte der Oberbürgermeister auf die Jugendarbeit in der Stadt. Als Beispiel nannte er den Skatepark in Kirrlach, der aus einem Beteiligungsprozess mit Jugendlichen hervorgegangen ist und inzwischen intensiv genutzt wird. Das Projekt steht exemplarisch dafür, wie Jugendbeteiligung ernst genommen und konkrete Ergebnisse umgesetzt werden können.
Unter Beachtung der angespannten Haushaltslage wurden neben den bereits erwähnten laufenden Investitionen weitere Projekte für das aktuelle Jahr sorgfältig abgewogen. Dazu gehören Maßnahmen zur Sanierung des Kanalnetzes, die vollständige Erneuerung des Kanals in der Eifelstraße in Kirrlach sowie der barrierefreie Ausbau weiterer Haltestellen.
Nicht zuletzt hob Thomas Deuschle das Engagement der Bürgerinitiative Grüne Dorfmitte hervor, die in Kirrlach gezeigt hat, welches Potenzial durch den Einsatz von Freiwilligen entfaltet werden kann.
Ehrenamt kennt keinen Feierabend
Nach den Worten des Oberbürgermeisters folgte ein bewusster Wechsel im Programm. Als „Bogdan der Magier“ sorgte Matthias Jahn mit Wortwitz und seiner besonderen Zauberkunst für viele Lacher im Saal. Die fröhliche Stimmung wurden jedoch kurzzeitig unterbrochen, als plötzlich die Piepser der Freiwilligen Feuerwehr Alarm auslösten. Die zahlreichen anwesenden Mitglieder verließen umgehend die Veranstaltung, um zu einem Dachstuhlbrand nach Kirrlach auszurücken. Auch der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes war im Einsatz. Ein Moment, der eindrucksvoll vor Augen führte, was ehrenamtliches Engagement bedeutet: Einsatzbereitschaft jederzeit – unabhängig von Anlass oder Uhrzeit.
Ausklang in bewährter Tradition
Im Anschluss wurde der Neujahrsempfang in vertrauter Tradition fortgesetzt. Beim gemeinsamen Anschnitt der Neujahrsbrezel und begleitet von Livemusik der Band Easy Blue nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu Gesprächen und persönlichem Austausch. Der Abend verband damit klare Worte zur aktuellen Lage und zu künftigen Projekten und rückte das Gemeinschaftsgefühl in Waghäusel in den Mittelpunkt.


