Rathaussturm mit Schlüsselverdacht: Erst geprüft, dann übernommen
Beim Rathaussturm am Schmutzigen Donnerstag wurde in Waghäusel nicht nur um den Rathausschlüssel gerungen, sondern unter anderem auch an 50 Jahre Stadtfusion erinnert. „Aus dä Siebzigär entstond schun bald Gemeinsinn un Zusammähald“ – mit diesem Leitgedanken griff die verteidigungsbereite Verwaltung die Entstehung der Stadt auf und holte die Hippie-Zeit zurück auf den Rathausplatz.
Passend dazu hatte sich Oberbürgermeister Thomas Deuschle als Guru auf der Rathaustreppe positioniert, hieß die Anwesenden in seinem „Ashram“ willkommen und kündigte zugleich an, das Rathaus nicht freiwillig verlassen zu wollen.
Sitzungspräsident Eric Klemm von der Kirrlacher Karnevals-Gesellschaft, der das Programm moderierte, betonte den Stolz der beiden Waghäuseler Karnevalsgesellschaften auf ihren ersten gemeinsamen Orden. Man sei zufrieden mit dem Erreichten und wolle die Macht eigentlich gar nicht einfordern.
Allerdings stand der Verdacht im Raum, dass es schon in den vergangenen Jahren bei der Übergabe des Rathausschlüssels nicht immer ganz korrekt zugegangen sein könnte. Deshalb hatte man diesmal vorsorglich ein entsprechendes Kontrollgerät mitgebracht, um die Angelegenheit genauer zu prüfen.
Schnell war man sich einig, dass es sich bei dem übergebenen Rathausschlüssel nur um einen Betrugsversuch handeln könne. Zum Glück war die „polizeiliche Kompetenz“ in Gestalt des Prinzenpaares Jessi I. und Rüdiger III. direkt vor Ort und setzte den Oberbürgermeister vorläufig fest. Die Forderung war eindeutig: Herausgabe des echten Rathausschlüssels.
Was zunächst nach einer unlösbaren Situation aussah, klärte sich rasch. Bürgermeister Andreas Emmerich stand in seiner Rolle als Ehrenkienholzmann „Andreas der Zahlenjongleur“ von Beginn an auf Seiten der Narren. Gemeinsam mit den Herzdamen Daniela I. und Anne I. des Kienholzclubs Wiesental begleitete er das Geschehen und sorgte schließlich dafür, dass der Rathausschlüssel tatsächlich in die Hände der Narren überging.
Nach erfolgreicher Machtübernahme wurde der Oberbürgermeister wieder befreit. Das Prinzenpaar verlas die närrischen Paragrafen für die kommenden Tage, bevor die Besucherinnen und Besucher trotz Regens gerne der Einladung zum Umtrunk auf dem Rathausplatz folgten.






