Stellungnahme der Stadt Waghäusel
icon.crdate26.02.2026
Im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung über ein Mitglied des Gemeinderats teilt die Stadt Waghäusel mit...
Im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung über ein Mitglied des Gemeinderats teilt die Stadt Waghäusel Folgendes mit:
Herr Rouven Brechlin hat mit Schreiben vom 20. Februar 2026, das der Stadtverwaltung am 23. Februar 2026 zugegangen ist, die Niederlegung seines Mandats im Gemeinderat der Stadt Waghäusel mit sofortiger Wirkung erklärt. Damit hat er sein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Gremium beantragt.
Die formalen Schritte zum Ausscheiden sind bereits auf den Weg gebracht. Das weitere Verfahren erfolgt gemäß den kommunalrechtlichen Vorgaben. Nach Abschluss der formalen Feststellung wird das gesetzlich vorgesehene Nachrückverfahren eingeleitet.
Zu den in den Medien veröffentlichten Inhalten nimmt die Stadt wie folgt Stellung:
Nach der Berichterstattung der Stuttgarter Zeitung hat Herr Brechlin über seinen Anwalt erklärt, es handele sich bei dem gezeigten Auftritt um eine „Hitler-Parodie“ im Rahmen einer Faschingsveranstaltung. Die von der Zeitung veröffentlichte Videosequenz bietet keine erkennbaren Anhaltspunkte für eine satirische oder karnevalistische Einordnung. Das dort erkennbare Setting – einschließlich Uniformierung, Symbolik und Inszenierung – lässt eine solche Deutung vielmehr als äußerst zweifelhaft erscheinen.
Unabhängig vom zeitlichen Abstand ist das Verwenden nationalsozialistischer Symbolik und entsprechender Inszenierungen in keiner Weise akzeptabel. Ein solches Verhalten steht im klaren Widerspruch zu den Grundwerten unserer demokratischen Ordnung.
Die Stadt Waghäusel steht für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die klare Abgrenzung gegenüber extremistischen Ideologien gleich welcher Richtung. Mitglieder des Gemeinderats tragen als gewählte Mandatsträger eine besondere Verantwortung für das Vertrauen in unsere kommunalen Institutionen. Wer öffentliche Verantwortung übernimmt, muss sich an diesen Maßstäben messen lassen. Das hier bekannt gewordene Verhalten wird diesem Anspruch nicht gerecht.
Vor diesem Hintergrund ist die Niederlegung des Mandats ein notwendiger Schritt.
Zu etwaigen strafrechtlichen Bewertungen äußert sich die Stadt nicht. Diese obliegen den zuständigen Ermittlungsbehörden.
Thomas Deuschle
Oberbürgermeister

