Neujahrsempfang der Stadt Waghäusel

„Es lebe die Republik, es lebe die Demokratie, es lebe die Verfassung“. Mit reichlich Pathos eröffnete Waghäusels Oberbürgermeister Walter Heiler in Anwesenheit seines Vorgängers und Ehrenbürgers Robert Straub den Neujahrsempfang der Großen Kreisstadt in der Kirrlacher Rheintalhalle.

Dabei hoffte er, dass 2019 als großes Jubiläumsjahr der Demokratie auch zu einem Jubeljahr werde. Heiler erinnerte an die am 31. Juli 1919 beschlossene Weimarer Verfassung, an das damit verbundene Ende der Monarchie und die Ausrufung der Republik, an die vor hundert Jahren erfolgte Einführung freier und demokratischer Wahlen und an das vor 70 Jahren verabschiedete Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Bereits vor 170 Jahren kämpfte die badische Revolutionsarmee in der Schlacht bei Waghäusel gegen die preußischen Truppen und in der Frankfurter Paulskirche wurde die erste Verfassung beschlossen. Zum 30. Mal jährt sich 2019 die Errichtung des Verfassungsdenkmals des Landkreises in Waghäusel. “Demokratie, Verfassung und Freiheit sind zu hart erkämpft, als dass sie uns gleichgültig sein könnten“, sagte OB Heiler. Deshalb bedauere er, dass sich Menschen in unserem Land für Politik nicht interessieren oder kein Vertrauen in die Parteien oder politische Institutionen hätten. Und er hinterfragte, weshalb die Zahl der Menschen offensichtlich zunimmt, denen die Entfaltung ihrer eigenen Persönlichkeit wichtiger erscheint als das Allgemeinwohl. „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt“, zitierte Heiler das Grundgesetz. Und schloss den allgemeinen Teil seiner Rede:“ Wir alle profitieren von Freiheit und Demokratie – sie prägt unser Land zum Glück auch heute noch! Auch im Kleinen, in der Familie, hier am Ort. Lassen Sie uns deshalb in diesem neuen Jahr mehr Rücksicht aufeinander nehmen, auch mehr Verständnis füreinander, mehr Respekt und mehr Anstand.“
Beim Jahresrückblick erwähnte der Rathauschef, dass die Stadt Waghäusel 2018 im Hochbau mehr als fünf Millionen investiert habe. Ein wesentlicher Brocken waren Sanierungsmaßnahmen in Schulen und Kindergärten. Auch an der Wohnanlage „am Hag“ wurden Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. „Als größte Maßnahme ist sicherlich der neue Kindergarten in Wiesental in der Schulstraße zu nennen. Insgesamt hat er rund 3,8 Millionen Euro gekostet“, so Oberbürgermeister Walter Heiler.
Auch in den Tiefbau wurde kräftig investiert. Alleine an Unterhaltungsmaßnahmen im Bereich Straßen, Sportplätze, Park-, Wald- und Feldwege, Grünpflege und vieles mehr wurde rund eine Million Euro aufgewendet. 6,7 Millionen wurden für Neuinvestitionen ausgegeben; unter anderem für den Beginn der Modernisierung des Planschbeckens und für die Bewässerungsanlage im Freibad, für den Straßenbau, insbesondere für die Arbeiten an der Amand-Goegg-Allee und für die Fertigstellung der Blumenstraße, für den behindertengerechten Umbau der Bushaltestellen, aber auch für die Glasfaserverlegung. Für den barrierefreien Umbau der Bahnhöfe bzw. der Bahnsteige in Waghäusel und Wiesental musste die Stadt rund 2,9 Millionen Euro aufbringen.
Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Gemeinderat wird bei der Sitzung am 28. Januar ein Rekordhaushalt von 78,7 Millionen verabschiedet. Der Rathauschef wies darauf hin, dass die Verschuldung steigen wird. „In 2019 wird die Nettoneuverschuldung 900.000 € betragen. Im Moment, Stand heute, liegt die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt mit 1.028 € immer noch unter dem Landesdurchschnitt.“
Im Bereich Hochbau werden im Jahr 2019 rund 6 Millionen Euro investiert. Größter Posten sind hier Umbaumaßnahmen an der Bolandenschule II für Brandschutz, Aufzug, Dach und Fassade (rund 800.000 €).
Im Bereich Tiefbau wird unter anderem an der bisher ampelgesteuerten Kreuzung in der Kirrlacher Ortsmitte ein Verkehrskreisel gebaut und die Bruchsaler Straße soll in einem ersten Schritt zunächst bis zur Flattacher Straße generalsaniert werden.
Der weitere Breitbandausbau (500.000 €) steht ebenso im Fokus wie der zentrale Omnibus-Bahnhof (810.000 €) im Stadtteil Waghäusel und die Neugestaltung des Knotenpunktes an der Kapelle in Wiesental (Gesamtkosten 1,5 Millionen €, Anteil Stadt Waghäusel 300.000 €).
Von den 200 neuen Bauplätzen im Oberspeyerer Feld wurden 90 stadteigene Grundstücke vor allem an junge Familien veräußert.
Waghäusel wird im Jahr 2019 einen Pflegestützpunkt bekommen. Alle Fragen, die sich rund um das Thema Pflege drehen, werden dort unentgeltlich beantwortet. Die Personalkosten werden von den Krankenkassen, den Pflegekassen und vom Landkreis finanziert.
„Kinder sind ein außerordentlich kostbares, mitunter allerdings auch teures Gut“, so OB Heiler. Innerhalb von 14 Jahren hat sich die Zahl der Kinder unter 3 Jahren in der Kleinkindbetreuung verzehnfacht. Dennoch ist der Bedarf an Betreuungsplätzen nach wie vor größer als das Angebot. Aufgrund dieser Tatsache wird die Kinderkrippe Nesthäkchen in diesem Jahr erweitert, während im Wiesentaler Neubaugebiet eine neue Kindertagesstätte in Planung ist.
Das Rheintalbad hatte in der Freibadsaison 2018 insgesamt 82.679 Besucher, so viel wie seit 2003 nicht mehr. Dennoch verursachte das Hallen- und Freibad ein Defizit bei den laufenden Ausgaben von fast 2 Millionen Euro.
Die Anzahl der Kinder, die beim Ferienprogramm teilnehmen, steigt stetig an. Hier leisten vor allem viele ehrenamtliche Betreuer wertvolle Hilfe. Im Jahr 2018 beteiligten sich 62 Vereine und Institutionen mit 111 Veranstaltungen daran. In diesem Zusammenhang dankte Oberbürgermeister Walter Heiler der AWO, die seit 50 Jahren die Stadtranderholung anbietet.
Der Rathauschef erinnerte auch an die herausragenden Leistungen des Speerwerfers Andreas Hofmann. Er wurde Deutscher Meister, Vize-Europameister und Diamond-League Gewinner. „Andreas Hofmann hat sein Waghäusel-Handtuch stets mit Stolz gezeigt“, so Heiler.
Am Ende seiner Neujahrsansprache bedankte sich Oberbürgermeister Walter Heiler bei allen in den Vereinen und Organisationen ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern, wobei er besonders die Leistungen der freiwilligen Feuerwehren und der Rettungsdienste hervorhob. Sein Dank ging insbesondere an die beiden „Glücksbringer“ Steffen Klug und Sascha Schneider sowie an den Musikverein Kirrlach unter der Leitung von Karl Benz für die Umrahmung des Neujahrempfangs.

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