Innerstädtische Baulücken sollen geschlossen werden

In der Stadt Waghäusel gibt es derzeit 189 so genannte Baulücken, also unbebaute baureife Grundstücke. 60 davon befinden sich im Stadtteil Kirrlach und 129 im Stadtteil Wiesental, wobei die Bauplätze im Neubaugebiet Oberspeyerfeld hier nicht mit einbezogen sind. In Summe sind dies mehr als 10 Hektar Baufläche, was im Ausmaß einem großen Neubaugebiet entspricht.

Diese wertvollen Reserven sollen künftig stärker genutzt werden, da nach wie vor eine sehr hohe Nachfrage nach Baugrundstücken besteht, obwohl die Stadt Waghäusel in den letzten Jahren zahlreiche Bauplätze geschaffen hat.

Oberbürgermeister Walter Heiler und die Fraktionsvorsitzenden der im Gemeinderat vertretenen Parteien und Wählervereinigungen sind sich darin einig, dass es dringend notwendig wäre, die innerstädtischen Baureserven zu nutzen, bevor die Stadt ein neues Baugebiet ausweist. „Unserer Ansicht nach gibt es zahlreiche gute Gründe für eine Einschränkung des Flächenverbrauches. So wird durch eine stärkere Innenentwicklung beispielsweise die Landschaft geschützt und lebendige Ortskerne werden gesichert. Es können auch Erschließungskosten eingespart werden, da die Grundstücke allesamt bereits erschlossen sind“, so Oberbürgermeister Walter Heiler.

Ganz so einfach ist das mit der Nutzung der Baulücken jedoch nicht. Die Baugrundstücke befinden sich nämlich fast ausnahmslos im Privatbesitz. Die Eigentümer möchten die Grundstücke für ihre Enkel oder Urenkel reservieren oder sie nutzen den Grundbesitz als eine sichere Wertanlage.

Für sich betrachtet ist dies verständlich. Auf der anderen Seite suchen viele junge Familien in unserer Stadt händeringend nach Bauplätzen, die gerne in ihrem Heimatort bleiben würden und deren Wegzug für Angehörige, Freunde und Vereine oft ein schmerzlicher Verlust wäre.

Zwingen kann die Stadt die Eigentümer zu einer Bebauung oder zu einem Verkauf der Grundstücke nicht. Zwar ist in Artikel 14 des Grundgesetzes festgeschrieben, dass Eigentum verpflichtet und sein Gebrauch auch dem Wohl der Allgemeinheit dienen soll. Eine rechtliche Handhabe lässt sich hieraus allerdings nicht ableiten.

„Wir appellieren jedoch an alle Eigentümer von noch unbebauten innerstädtischen Baugrundstücken, dass sie sich Gedanken darüber machen, ob sie ihr Grundstück selbst bebauen oder an Bauwillige verkaufen möchten. Dies gilt vor allem hinsichtlich von Grundstücken, die schon Jahrzehnte vor sich hindümpeln und sich teilweise in einem ungepflegten Zustand befinden. Vielleicht trägt auch die Grundsteuerreform dazu bei, dass ein Umdenken bei den Grundstücksbesitzern stattfindet. Städte und Gemeinden sollten künftig einen erhöhten Satz auf baureife Grundstücke erheben dürfen", hofft Oberbürgermeister Walter Heiler.

(Erstellt am 26. Oktober 2020)

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