Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wie fühlen Sie sich nach einer Woche Maskenpflicht? Es ist ungewohnt, mit dieser Schutzvorrichtung ein Geschäft betreten zu müssen.

Ehrlich gesagt bin ich jetzt in meiner Familie nicht der Chef-Einkäufer, aber die eine oder andere Kleinigkeit besorge ich schon ab und zu. Und angenehm fühlt sich anders an.

Aber: Je mehr Menschen mitmachen und eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, umso größer ist der Schutz für alle. Wir alle wünschen uns die Aufhebung der vielen Einschränkungen und wenn das Maske tragen dazu beitragen kann, dann akzeptiere ich das, auch in meiner Eigenschaft als Chef der Stadtverwaltung. Wir bauen den eingeschränkten Rathausbetrieb seit dieser Woche langsam wieder aus. Dafür ist es unbedingt notwendig, dass Sie bei Besuchen und Vorsprachen im Rathaus eine Alltagsmaske tragen. Wir haben so genannte Spuckscheiben installiert, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch Sie zu schützen. Das wirkt natürlich befremdlich, ungewohnt, unpersönlicher als sonst, aber die Umstände erfordern diese Maßnahme, wofür ich um Verständnis bitte. Weiterhin sind telefonische Absprachen notwendig für persönliche Termine im Rathaus sowohl im Bürgerbüro wie in allen Fachämtern.
Unsere Bibliothek hat seit Montag unter strengen hygienischen Voraussetzungen wieder geöffnet und ich kann sagen, dass bisher alles hervorragend läuft.
 
Jetzt, wo ich diese Zeilen an Sie schreibe, ist Donnerstag, der 30. April. Morgen ist 1. Mai. Wie die meisten von Ihnen habe ich mich auf diesen Tag immer sehr gefreut. Der 1. Mai ist der internationale Tag der Arbeit, wo für Gerechtigkeit, Solidarität und Mitbestimmung demonstriert wurde. Für Frieden. Weltweit. Bei uns in Waghäusel haben wir ihn vor allen Dingen als willkommenen Feiertag genutzt haben, um die vielen Feste unserer Vereine zu besuchen, um gut zu essen und zu trinken, um uns mit Menschen zu unterhalten, die wir vielleicht schon länger nicht mehr gesehen hatte. Es waren wunderschöne, gesellige Runden, es wurde getratscht, gelacht, musiziert, gesungen. Obwohl, wenn ich mich genau erinnere, oft war es am 1. Mai wettermäßig nicht gerade ideal. Aber in diesem Jahr hätten wir sicherlich auch bei strömendem Regen gerne gefeiert. Es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie sehen, dass auch mir so langsam die Decke auf den Kopf fällt.
 
An diesem Wochenende will die Landesregierung eventuell eine neue Corona Verordnung verkünden. Vielleicht gibt es einige Lockerungen. Ich hoffe darauf.
Im Moment können die Zahlen in unserer Stadt einen durchaus hoffnungsfroh und optimistisch stimmen. Seit Beginn der Krise hatten wir insgesamt 28 positiv auf das Coronavirus getestete Personen in Waghäusel. Stand heute gelten davon 27 als genesen. Dies bedeutet, dass wir einen aktuellen Fall haben. Die Dunkelziffer kennen wir natürlich nicht. Wir sollten uns allerdings hüten, jetzt leichtsinnig und übermütig zu werden. Nach Ansicht der meisten Wissenschaftler ist die Krise leider noch lange nicht überwunden. Was wir brauchen, sind klare Vorgaben der Landes-und Bundespolitik, wie es weitergehen kann und soll.
 
Heute möchte ich insbesondere daran erinnern, wie schwierig es für alle Eltern und Kinder aktuell ist. Wie geht es mit Schule und Kinderbetreuung weiter? Es kann meines Erachtens zum Beispiel überhaupt nicht sein, dass an den Schulen bis zu den Sommerferien kein oder nur minimaler Unterricht stattfinden soll. Wie ist die Perspektive in den Kindergärten? Wie sollen berufstätige Eltern und ihre Arbeitgeber das stemmen? Wie können wir es schaffen, dass unsere Kinder wieder soziale Kontakte haben, den Umgang mit Spielgefährten, den sie doch so dringend brauchen? Seitens der Stadt versuchen wir, durch eine großzügige, den Bedürfnissen der Eltern angepasste Notbetreuung in den problematischsten Fällen zu helfen. Leider sind uns hier durch die Vorgaben des Kultusministeriums aber auch die Hände gebunden. Das kann aber keine Dauerlösung für die nächsten Monate sein.
 
Damit komme ich auf den Anfang zurück: das Tragen einer Maske ist ein Klacks, wenn ich das einmal so salopp ausdrücken darf. Wenn man aus dem Geschäft kommt oder aus dem Zug oder Bus aussteigt, kann man die Maske wieder absetzen. Es ist eine kleine Belastung im Vergleich zu dem, was uns allen die Krise aktuell in vielen gesellschaftlichen Bereichen abverlangt.
 
Lassen Sie uns gemeinsam unseren Beitrag leisten, dass es hoffentlich bald besser wird.
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute, Durchhaltevermögen und eine stabile Gesundheit.

Ihr Oberbürgermeister Walter Heiler mit dem gesamten Team der Stadtverwaltung sowie aller Außenstellen und Zweckverbände
 

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