Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr 2021, das für uns alle ein gutes Jahr werden möge!

Ein neues Jahr, das hoffentlich durch erfolgreiche Impfungen das ersehnte Ende der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Maßnahmen bringen wird. Ein neues Jahr, in dem hoffentlich durch vorsichtiges und umsichtiges Verhalten aller möglichst viele gar nicht erst krank werden. Ein neues Jahr, in dem es hoffentlich für uns alle, für Junge und Alte, für Schulen und Kindergärten, für Ärzte, Pfleger und Rettungskräfte, für Kirchen und Vereine, für die Wirtschaft, den Staat und unsere Stadt wieder Sicherheit und auch Freude geben wird und es wieder aufwärtsgehen soll. Für die Feiertage und das neue Jahr wünsche ich uns allen viel Hoffnung und Zuversicht!
 
Das Jahr 2020 war hart und hat viele Schicksalsschläge und Enttäuschungen gebracht. So vieles musste abgesagt, verschoben und unterlassen werden, was uns lieb und teuer ist. Sorgen und Ängste sind unsere Begleiter.
 
Die Coronazahlen der letzten Wochen sind weiter schlimm und traurig, landesweit und auch bei uns. Unser Ordnungsamt hat in diesem Jahr bisher an die 1.500 Quarantäne-Anordnungen an Waghäuselerinnen und Waghäuseler verschicken müssen, an Infizierte und Kontaktpersonen. Waghäusel hatte am 16.12. erstmals mehr als 100 aktive Corona-Infizierte. Leider gab es auch bei uns Todesfälle zu beklagen.
 
Das ist die Wahrheit, der man sich stellen muss. Krankheit und Tod verschwinden nicht durch Leugnen oder Wegschauen.
 
In den letzten Tagen habe ich in Gesprächen zur Corona-Lage oft gehört, was alles zu spät oder falsch gemacht wurde von den Regierungen in Bund und Land oder uneinsichtigen Mitmenschen. Auf letztere kann man zu Recht sauer sein und man sollte Fehler immer analysieren und aus ihnen lernen. Ändern kann man die Vergangenheit trotzdem leider nicht mehr. Es hilft nur, nach vorne zu schauen und es in Zukunft hoffentlich besser zu machen.
 
In Waghäusel gab es (Stand 16.12.) wegen Corona-Verstößen bisher 10 abgeschlossene und 9 laufende Bußgeldverfahren. Meines Erachtens zeigt das, dass sich die Mehrheit klug und solidarisch verhält.
 
Umgekehrt sagten mir Menschen in Bezug auf die aktuelle Situation traurig, da könne man nichts machen, das müsse man hinnehmen, abwarten, ruhig bleiben, nichts tun, bis es vorbei sei. Das hat mich nachdenklich gemacht. Schafft es dieses Virus, uns zu lähmen, uns resignieren zu lassen, uns zu Opfern zu machen? Ich hoffe nicht. In einer offenen, freien, demokratischen Gesellschaft sollten wir nicht zur Passivität verdammt sein, sondern eigenverantwortlich denken, handeln und entscheiden. Dass manche Dinge aktuell nicht erlaubt sind, heißt nicht, dass man gar nichts mehr tun darf oder kann. Bei dem, was wir tun, sollten wir nur einmal mehr an Kants Kategorischen Imperativ denken: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Oder vereinfacht gesagt: "Was du nicht willst, das man dir tu' - das füg auch keinem andern zu."
 
Dieses Jahr zeigt uns einmal mehr, dass es leider nicht immer so kommt, wie wir das geplant haben, wie es uns in den Kram passt, wie wir das wollen. Die Welt richtet sich nicht nach uns und unseren Wünschen, oft ist sie auch nicht gerecht. Wir können unser Bestes geben, manches können wir trotzdem nicht ändern. Was machen wir daraus, wie stellen wir uns dazu? Manche entscheiden sich, die Realität nicht anzuerkennen, zu leugnen, zu verdrehen, alternative Wahrheiten und Verschwörungen zu sehen. Andere reagieren mit Zorn und Verbitterung und schimpfen. Und doch dreht die Erde sich weiter und scheint nicht zuzuhören. Wir können und sollten uns entscheiden, die Realität zu nehmen, wie sie ist und zu versuchen, gerade deshalb das Beste daraus zu machen.
 
Wir alle werden die Tage zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr anders verbringen als je zuvor. Wie werden wir feiern und die Zeit gestalten? Woran wollen wir uns später erinnern? An das, was alles nicht möglich und traurig war – oder an das, was schön und gut war trotz aller widrigen Umstände? Ich wünsche uns allen, dass wir Mittel und Wege finden, diese Weihnachten so zu feiern, dass es für uns ein Fest der Freude und Wärme wird – aber eben auch so, dass es keine Feier für das Virus wird.
 
So, wie man es in der Bibel lesen kann, haben sich Maria und Josef Weihnachten sicher auch nicht vorgestellt: nicht zuhause, nicht bei Freunden und Familie, nicht mal in einem richtigen Haus, sondern in einem Stall und der neugeborene Jesus nicht in einem Kinderbett, sondern in einer Krippe, also in einem Futtertrog für die Tiere. Und doch waren sie nicht verbittert und böse, sondern füreinander da.
 
Auch wenn Abstand halten das Gebot der Stunde ist, lassen Sie uns zusammenhalten.
 
Wir können auch jetzt viel tun durch freundliche Worte, gegenseitige Hilfe, fürsorgliches Verhalten, wechselseitigen Respekt und auch Demut.
 
Nach diesem besonders schweren Jahr möchte ich mich an dieser Stelle nochmals bedanken bei den Mitgliedern des Gemeinderates, unserer Feuerwehr, dem THW und dem Deutschen Roten Kreuz, der Polizei, all unseren Vereinen und Institutionen mit all ihren Mitgliedern, bei meinen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus, in allen Außenstellen, im Wasserwerk und der Kläranlage, in unseren Betreuungseinrichtungen sowie an unseren Schulen, vor allem aber bei allen Frauen und Männern, die derzeit in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern rund um die Uhr ihren Dienst verrichten.
 
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche Ihnen allen viel Kraft in diesen besonderen Tagen. Passen Sie gut auf sich und Ihre Mitmenschen auf und bleiben Sie bitte alle gesund.


Ihr Oberbürgermeister Walter Heiler

 
 

(Erstellt am 22. Dezember 2020)

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