Quartier 2030

Wohlfühlen in Waghäusel - Jetzt und in Zukunft

Bericht zum Austausch in Fokusgruppen am 24.09.2020 in der SSV-Halle

Quartiersprojekt 2030 vor dem Abschluss

„Wohlfühlen in Waghäusel – Jetzt und in Zukunft“. Das Quartiersprojekt 2030, initiiert vom Seniorenbeirat der Großen Kreisstadt und finanziell gefördert vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, hat mit der Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger einen vorläufigen Abschluss gefunden. „Wir sind aber längst noch nicht am Ende, vielmehr beginnt jetzt erst die Umsetzung verschiedener Maßnahmen“, bestätigt Roland Langer, der Vorsitzende des Seniorenbeirats. Dazu zählt auch die Bildung eines Netzwerkes mit allen in Waghäusel im Bereich der Seniorenarbeit aktiven Vereinen und Organisationen.

Vorausgegangen war im Frühjahr eine Fragebogenaktion bei den im Stadtteil Waghäusel lebenden 484 Personen, die älter als 60 Jahre sind. Begleitet wurde das Projekt von Beginn an durch die Katholische Hochschule in Freiburg. Dort wurde von Cornelia Kricheldorff, Professorin und Leiterin des Instituts für Angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung, sowie dem akademischen Mitarbeiter Tjard de Vries auch die Auswertung vorgenommen und die Ergebnisse in einem 73-seitigen Bericht zusammengefasst. Weil wegen Corona das im April geplante Bürgertreffen nicht stattfinden konnte, hatte Katarina Blattner vom Fachbereich Mensch und Gesellschaft der Stadtverwaltung in Absprache mit der Hochschule eine andere Form der Bürgereinbindung organisiert.

In vier von den beiden Wissenschaftlern moderierten Fokusgruppen wurden am vorletzten Donnerstag in der SSV-Sporthalle die Themen Mobilität und Teilhabe, Pflege und Unterstützung, Beratung und Information sowie Wohnen und Versorgung diskutiert. Wertvolle Anregungen kamen aus den Reihen der engagierten Waghäuseler Seniorinnen und Senioren. Begrüßt wurde der in der Großen Kreisstadt geplante Einsatz eines Seniorenfahrzeuges, das innerhalb der Stadtgrenzen mobilitätseingeschränkte ältere Menschen zum Einkaufen, Arztbesuch oder zu privaten Terminen fahren wird. Gewünscht wird im kleinsten Stadtteil vor allem ein Café als generationsübergreifende Begegnungsstätte sowie eine bessere Grundversorgung. Angesprochen wurden auch mögliche Kooperationen der Senioren mit den Kindergärten und Grundschulen.

Die wichtigsten Informationsquellen sind mit 92 Prozent der Befragten das städtische Mitteilungsblatt sowie mit 81 Prozent die regionale Tageszeitung sowie die Wochenblätter. Ein zentrales Anliegen ist das Leben im gewohnten Umfeld auch im höheren Alter. Dabei zeichnet sich der kleinste Stadtteil durch gute nachbarschaftliche Strukturen sowie einen hohen Anteil an Eigenheim-Besitzern aus. Immer wichtiger wird auch in Waghäusel, dass Strukturen geschaffen werden, welche die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf möglich machen. Dabei geht es um spezifische Angebote im sozialen Nahraum und um neue Formen von nachbarschaftlicher Solidarität.Text: Kurt Klumpp

Cornelia Kricheldorff von der Katholischen Hochschule Freiburg diskutierte mit Seniorinnen und Senioren von Waghäusel die Ergebnisse einer Bürgerbefragung. / Foto: Kurt Klumpp
Cornelia Kricheldorff von der Katholischen Hochschule Freiburg und der wissenschaftliche Mitarbeiter Tjard de Vries ziehen ein positives Fazit über die Bürgerbefragung in Waghäusel. / Foto: Kurt Klumpp

Ergebnisse der Bürgerbefragung im Stadtteil Waghäusel

Im Februar und März waren alle Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil Waghäusel, die in diesem Jahr mindestens ihr 60. Lebensjahr erreichen, zur Teilnahme an einer Befragung aufgerufen. Diese wurde von der Stadtverwaltung Waghäusel sowie dem Seniorenbeirat der Stadt Waghäusel in Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschule Freiburg durchgeführt. Ziel der Bürgerbefragung war es, die Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger zum Leben im Alter im kleinsten Waghäuseler Stadtteil zu erfahren. Daraus sollen Rückschlüsse und Konsequenzen für die Planungen und zukünftigen Aktivitäten der Stadt gezogen werden.
Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die Mitarbeit!

Nach Auswertung der anonymen Fragebögen an der Katholischen Hochschule in Freiburg liegen nun die Befragungsergebnisse vor. Ursprünglich sollten diese im Rahmen einer großen Bürgerversammlung am Montag, 20. April, vorgestellt werden. Aufgrund der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus konnte die Veranstaltung leider nicht wie geplant stattfinden. Deshalb werden die Ergebnisse nun zunächst im Mitteilungsblatt sowie auf der Homepage der Stadt Waghäusel veröffentlicht und erläutert. Die Bürgerversammlung findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Die Befragung erfolgte im Rahmen des Projektes „Quartier2020 – Gemeinsam.Gestalten.“ Dabei steht die alters- und generationengerechte Quartiersentwicklung in Baden-Württemberg im Vordergrund. Doch was heißt das? Es sollen lebendige Quartiere – also Nachbarschaften, Stadtteile oder Dörfer – entstehen, in denen sich die Menschen wohlfühlen, in die sich die Bürgerinnen und Bürger einbringen und Verantwortung übernehmen, in denen sich Nachbarn gegenseitig unterstützen. Für einen erfolgreichen Entwicklungsprozess bedarf es aktiven Gestaltungswillen der Bevölkerung und Unterstützungsbereitschaft der Kommune. Die Voraussetzungen in Waghäusel passen.

Nun geht es darum, wichtige Themen anzupacken! Die Impulse und Anknüpfungspunkte dazu geben die Ergebnisse der Bürgerbefragung. Es geht um Wohn- und Lebensraum, Barrieren, Information, Bewegung, Begegnungsorte und bürgerschaftliches Engagement. Der Seniorenbeirat und die Stadtverwaltung möchten nun gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern Maßnahmen, Projekte und Aktionen angehen. Sie wollen sich in diesen Prozess einbringen? Dann melden Sie sich bitte im Waghäuseler Rathaus bei Katarina Blattner (Tel.: 07254/207-2206 / E-Mail: katarina.blattner@waghaeusel.de).

Das Quartiersprojekt „Wohlfühlen in Waghäusel – Jetzt und in Zukunft" wird durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg im Rahmen der Strategie "Quartier 2020 – Gemeinsam.Gestalten." unterstützt.
 
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Studieren der interessanten Befragungsergebnisse und freuen uns auf die Zusammenarbeit in der nächsten Projektphase!

Walter Heiler (Oberbürgermeister),
Roland Langer (Vorsitzender des Seniorenbeirats der Großen Kreisstadt Waghäusel) und
Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff (Prorektorin der Katholischen Hochschule Freiburg)

Kontakt

Fachbereich
Mensch und Gesellschaft

Senioren, Integration, Inklusion
Katarina Blattner
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07254 / 207-2206
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