Thomas Deuschle als Oberbürgermeister verpflichtet

Bei der Verpflichtung von Waghäusels neuem Oberbürgermeister Thomas Deuschle am Mittwochabend in der Kirrlacher Rheintalhalle war ein besonderes Klima von Vertrautheit zu spüren.

Oberbürgermeister Thomas Deuschle und Stadtrat Roland Herberger bei der Verpflichtung (Foto: Stadt Waghäusel)

Beispielgebend war in der persönlichen Ansprache bei fast allen Grußworten das kollegiale „Du“. Dies darf durchaus als Sympathiebekundung für den neuen Rathauschef der Großen Kreisstadt gewertet werden, der bereits seit zwölf Jahren als erster Beigeordneter und Bürgermeister in Waghäusel und seit 2014 im Landkreis Spuren hinterlassen hat. Deutlich wurde es auch durch die Anwesenheit mehrerer Oberbürgermeister und Bürgermeister aus der Region.
Eröffnet wurde die außerordentliche Sitzung des Gemeinderats von der ersten stellvertretenden Oberbürgermeisterin Krimhilde Rolli, die auch durch das Programm führte. Die Höhepunkte folgten gleich zu Beginn. SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Herberger übernahm die feierliche Verpflichtung von Thomas Deuschle als Oberbürgermeister der Stadt Waghäusel. Danach übergab Walter Heiler nach 23 Jahren als Stadtoberhaupt die Amtskette seinem Nachfolger Thomas Deuschle.
Von einem herausragenden Ereignis sprach Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder. Sie betonte die Wertigkeit des Gemeinderats als Hauptorgan einer Kommune. Deshalb sei es eine wertvolle Symbolik, dass Bürgermeister durch den Gemeinderat und damit aus der Mitte der Bevölkerung verpflichtet werden. Frau Felder bekundete auch, dass Kommunalpolitik Unmittelbarkeit bedeutet und die Rathauschefs „das Auge eines Hurrikans und die Windmühle der Veränderung“ seien.
Eine große Konstanz billigte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel der Stadt Waghäusel zu, die in ihrer bald 50-jährigen Geschichte mit Robert Straub, Walter Heiler und Thomas Deuschle erst drei Verwaltungschefs hatte. „Auf die Gemeinden kommt es an“, sagte der Landkreischef und machte Hoffnung, dass die Verlängerung der Stadtbahnlinie S2 von Spöck nach Waghäusel vielleicht doch noch kommen könnte. Landtagsabgeordneter Ulli Hockenberger sagte Thomas Deuschle seine Unterstützung zu und teilte mit, dass die Altersgrenze für Bürgermeister alsbald aufgehoben werde.
Von Vertrauen als wichtigste Ressource in der Politik sprach Thomas Nowitzki als Vorsitzender des Kreisverbandes Karlsruhe des Gemeindetags Baden-Württemberg. Er nannte die Wahl von Thomas Deuschle zum Oberbürgermeister ein Ausrufezeichen und ein Beleg für seine gute Arbeit in den letzten zwölf Jahren. Für den Gemeinderat sprach SPD-Stadtrat Roland Herberger. Er bemängelte die überall zurückgehende Wahlbeteiligung und sprach von einer anspruchsvollen Aufgabe als Rathauschef. Er versprach die Bereitschaft zur Kooperation, mahnte zugleich aber auch eine konstruktiv-kritische Begleitung an. Herberger wünschte sich mehr Transparenz in der kommunalpolitischen Arbeit und sprach angesichts der angespannten Finanzlage von einem Balanceakt.
Grußworte sprachen auch Heiko Mail und Sandro Quarata in Vertretung der Waghäuseler Vereine, Pfarrerin Charlotte Hoffmann für die evangelische und katholische Kirchengemeinde sowie Jennifer Böhmer als Vorsitzende des Personalrats. Sie sprach von bevorstehenden Veränderungen und wünscht sich ein offenes und ehrliches Betriebsklima. Roland Oechsler, Gesamtkommandant der drei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Waghäusel, übergab dem obersten Feuerwehrchef eine Einsatzjacke.
„Gemeinsam Gutes gestalten“ - dieses Thema seines Wahlkampfes möchte Thomas Deuschle in Kooperation mit der Bürgerschaft, dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung auch zum Motto seiner Arbeit in den nächsten acht Jahren machen. Dabei strebe er Teamgeist und eine Kultur der Offenheit an. Die Entwicklung strategischer Leitlinien sowie eine effiziente und digitalisierte Verwaltung nannte Oberbürgermeister Thomas Deuschle als Ziele. Dabei versprach der dreifache Vater in Anwesenheit seiner Familie, Eltern und Schwiegereltern die Einbeziehung der Bevölkerung bei Entscheidungen sowie eine verbesserte Wirtschaftsförderung.
Besondere Aufgaben sieht Thomas Deuschle beim Umwelt- und Klimaschutz sowie bei der Entwicklung eines intelligenten Mobilitätskonzepts. Die Stärkung des in mehr als 100 Vereinen und Gruppen gepflegten Ehrenamts ist Waghäusels neuem Oberbürgermeister ebenso wichtig wie die Einführung regelmäßiger Bürgersprechstunden. Dem Gemeinderat bot er eine vertrauensvolle Zusammenarbeit an und wünschte sich dies auch im Umkehrschluss. Für die musikalische Begleitung sorgte Alfredo Bonilla von der Musikschule Waghäusel-Hambrücken.
Text: Kurt Klumpp

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