Ostergrüße des Oberbürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Mitglieder des Gemeinderats, das Team der Stadtverwaltung mit allen Außenstellen und ich wünschen Ihnen von Herzen ein frohes Osterfest!

Ja, ich beginne bewusst mit ganz normalen, herzlichen Ostergrüßen. Obwohl ich natürlich weiß, dass wir alle dieses Osterfest alles andere als „normal“ feiern. Viele von Ihnen vermissen den Ostergottesdienst und das gemeinsame Feiern im großen Familienkreis. Viele von Ihnen, die zur sogenannten „Risikogruppe“ gehören, sind einsam und allein zuhause. Andere wiederum verrichten in den „systemrelevanten“ Berufen ihre Arbeit, in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen, in Pflegeheimen oder auch im öffentlichen Nahverkehr. Sie sind unsere Alltagshelden.

Aber gerade an Ostern sollte uns eines einen: Hoffnung. Die Hoffnung, dass alles bald überwunden ist. Die Hoffnung, dass der „normale“ Alltag wieder einkehrt, dass wir unser „normales“ Leben wieder führen können. Und vor allem auch die Hoffnung, dass uns diese Krise lehrt, in der „Zeit danach“ umzudenken und für alles dankbar zu sein, was unser Leben lebenswert macht. Dazu gehört auch die Schönheit unserer Umwelt. Klar, wir haben keine Berglandschaft und keine öffentlich zugänglichen Seen, dafür besteht unsere 42 Quadratkilometer große Gemarkung fast zur Hälfte aus wunderbarem Wald. Freuen wir uns über unsere Eremitage mit dem herrlichen Park, über unser Freibad, über unsere Bibliothek, über die vielen Angebote und Veranstaltungen unserer Vereine, unserer Gewerbetreibenden und Gastronomiebetriebe. Ja, ich schreibe über die „Zeit danach“ und kann nur hoffen, dass wir dies so schnell als möglich wieder genießen können. Und wenn diese aktuell schreckliche Zeit endlich vorbei ist, wie wäre es dann, wenn wir uns selbst einmal alle hinterfragen, ob unser täglicher Umgang nicht freundlicher und hilfsbereiter sein kann. Ein „Hallo“ oder „Jou“, wenn man sich auf der Straße begegnet, auch wenn der andere ein Fremder ist. Ein kleines Dankeschön an die Kassiererinnen und Kassierer, an die Verkäuferinnen und Verkäufer, wenn ich im Geschäft einkaufen gehe. Ein kleines Blumensträußchen für die Pflegerinnen und Pfleger, wenn man endlich wieder Freunde und Angehörige im Pflegeheim oder Krankenhaus besuchen darf. Ja, die Leistungen anderer anerkennen, ihnen Wertschätzung entgegenbringen, auch durch kleine Gesten.

Viele Ehrenamtliche sind zurzeit unterwegs, um insbesondere für ältere Menschen Einkäufe zu tätigen. Kann man das für die „Zeit danach“ nicht weiterführen, indem jeder sich fragt, ob er einem Hilfsbedürftigen dieses Angebot machen kann? Freuen wir uns darauf, kleine Nachbarschaftsfeste zu veranstalten, anstatt wegen Kleinigkeiten und Krimskrams unsere Gerichte zu beschäftigen. Treffen wir uns wieder mehr mit Freunden und Bekannten, privat oder an Stammtischen, diskutieren wir miteinander und schwätzen oder „broddeln“ auch mal - Hauptsache, man redet nicht nur in den sozialen Netzwerken übereinander, sondern wieder von Angesicht zu Angesicht miteinander.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir werden nach dieser Krise genügend Probleme haben. Viele von Ihnen haben enorme finanzielle Nöte durch Entlassungen oder Kurzarbeit, manche müssen um die Existenz kämpfen. Auch für unsere Stadt wird es finanziell sehr schwer. Lassen Sie uns in der „Zeit danach“ gemeinsam dafür eintreten, wo immer es möglich ist, das Leben für uns alle lebens- und liebenswert zu machen, im positiven Umgang miteinander. Auf dass Solidarität, Freundlichkeit, gegenseitiger Respekt, Achtung und Hilfsbereitschaft zur Maxime unseres Handelns werden. Diese Hoffnung habe ich und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes Osterfest.

Herzlichst
Ihr Walter Heiler
Oberbürgermeister

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