Verabschiedung von Oberbürgermeister Walter Heiler

Kurzweilig und stilvoll war die Verabschiedung von Waghäusels Oberbürgermeister Walter Heiler, der nach 23 Jahren zum Monatsende als Rathauschef der Großen Kreisstadt ausscheiden wird.

Oberbürgermeister Walter Heiler bedankt sich im Kreis der vereinigten Waghäuseler Musikvereine bei allen Gästen und Mitwirkenden seiner Verabschiedungsfeier. (Foto: Kurt Klumpp)

Sein Nachfolger Thomas Deuschle führte in der gut besuchten Kirrlacher Rheintalhalle durch ein abwechslungsreiches Programm aus Grußworten sowie Musik-, Gesangs- und Tanzvorträgen örtlicher Vereine. Die Laudatio auf Walter Heiler hielt Artur J.Hofmann, der von Deuschle als „historisches Gewissen der Stadt sowie väterlicher Freund und politischer Mentor des scheidenden Oberbürgermeisters“ angekündigt wurde.
In Anwesenheit von Regierungspräsidentin Sylvia M.Felder (CDU), Landrat Christoph Schnaudigel (CDU) und mehrerer Bürgermeister bezeichnete der Laudator Walter Heiler als „aussterbendes Spezies von Bürgermeistern“. Weil er in Bezug auf Facebook und Twitter ein digitaler Totalausfall sei und es vorziehe, analog am Stammtisch, beim Weizenbier und auf dem Fußballplatz zu kommunizieren. Diese Basisnähe lernte er in seiner 19-jährigen Tätigkeit als SPD-Ortsvereinsvorsitzender. „Walter Heiler hat Parteiarbeit beim Plakate kleben und Bier zapfen von der Pike auf gelernt“, betonte sein politischer Ziehvater. Hofmann lobte die menschliche Grundhaltung von Walter Heiler, der 1992 als jüngster SPD-Abgeordneter in den baden-württembergischen Landtag gewählt wurde. Nach dem Prinzip „Dä onnä Mensch isch a ebbes“ wertschätze er alle Bürgerinnen und Bürger, war zu hören.
Walter Heiler, der seit 42 Jahren Mitglied des Gemeinderats ist und in den letzten 23 Jahren als deren Vorsitzender fungierte, ist Waghäusels ungekrönter Stimmenkönig. Bei den Gemeinderatswahlen 1994 erhielt er 10.409 Stimmen. „Gemeinsam mit dem Gemeinderat habe er Waghäusel zu einer familienfreundlichen Stadt mit einem starken sozialen Gesicht entwickelt“, betonte Hofmann. Er bestätigte auch, dass Heiler in Bürgerentscheidungen keine Lösungswege sehe, weil sie keine Garantie auf mehr Kompetenz bieten als die gewählten Vertreter der Bürgerschaft.
Regierungspräsidentin Sylvia M.Felder lobte Walter Heiler für seine imposante kommunale Identität mit „seiner“ Stadt und erkannte Gemeinsamkeiten als ehemaliger Abgeordneter des Landtags und Delegierter der Bundesversammlung in Berlin. Beifall unter den Anwesenden forderte ihre Hoffnung heraus, dass es vielleicht zu einer Revival-Tour der von Heiler geleiteten Spraddl-Sänger kommen könnte.
Landrat Christoph Schnaudigel erinnerte sich an sein erstes Treffen mit Walter Heiler vor 15 Jahren. Ich war damals auf Wahlkampftour und besuchte alle Mitglieder des Kreistags. „Getroffen haben wir uns auf der Terrasse von Artur Hofmann, der mir bei einer Fahrradtour die Sehenswürdigkeiten von Waghäusel zeigen wollte“, sagte der Landkreis-Chef und ergänzte: „Wir sind aber nicht über die Ortsgrenzen von Kirrlach hinausgekommen.“ Noch heute findet regelmäßig der gemeinsame Radausflug durch Waghäusel statt. „Jetzt allerdings mit kürzerer Wegstrecke und Zielen in der ganzen Stadt“, betonte der Landkreis-Chef und verriet, dass er als CDU-Kandidat bereits beim ersten Treffen durchaus Zustimmung bei den SPD-Kreisräten spürte. Christoph Schnaudigel erinnerte auch an Heilers landespolitische Verantwortung als Vorsitzender des Innenausschusses und kommunalpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag.
Oberderdingens Bürgermeister Thomas Nowitzki (CDU), zugleich Vorsitzender des Kreisverbandes Karlsruhe des Gemeindetags Baden-Württemberg, dankte Walter Heiler für seine offenen Worte im Kreistag, dessen Mitglied er seit 1984 ist. Nowitzki bestätigte auch, dass die Doppelfunktion als Kommunal- und Landespolitiker nicht immer einfach war. Grußworte sprachen zudem Stadträtin Krimhilde Rolli für den Gemeinderat, Sandro Quarata und Heiko Mail für die Arbeitsgemeinschaften der örtlichen Vereine sowie Jennifer Böhmer vom Personalrat der Stadt Waghäusel mit heute mehr als 400 Beschäftigten. Das Schlusswort hatte Oberbürgermeister Walter Heiler, der als bekennender HSV-Fan das Hamburger Fußball-Original Horst Hrubesch zitierte, der einmal anlässlich einer Ehrung gesagt hatte: „Ich sage nur ein Wort – Vielen Dank“.
Text: Kurt Klumpp

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